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Ihr wollt sicher irgendwas über den ESC 2015 erfahren. Immerhin findet er nächstens in meiner unmittelbaren Umgebung statt. Aber mein Leben dreht sich nicht ausschließlich um die schillernde Welt der Halbpromis. Um genau zu sein wundert mich gerade, dass ich es in den letzten beiden Jahren geschafft habe alle Lieder vorzustellen. Einige Teilnehmerländer haben bereits ihre Kandidaten in Stellung gebracht, ich hab mir aber noch nix angehört. Werde dann aber am Ende des Beitrags ein Video dazu rein tun.

Matura neu

Womit ich bei einem Thema bin, dass mich etwas mehr beschäftigt. Heuer findet die Matura etwas anders statt als die letzten Jahre, und ich dachte mir ich muss da auch ein bissl meinen Senf dazu geben, damit dieser Blog irgendeinen Sinn macht.

Wichtigste Neuerung ist die VWA. Das ist die Vorwissenschaftliche Arbeit. Irgendwie denke ich mir ja, dass die Schüler arme Schweine sind, dass sie sowas machen müssen. Nicht jeder ist dafür geschaffen, lange langweilige Litaneien zu verfassen. Vor allem weil dadurch tatsächlich alle das machen müssen im Gegensatz zur Fachbereichsarbeit, bei der nur solche eine Arbeit verfasst haben, die in einem Gebiet echt was drauf hatten.

Andererseits ist es sicher eine nette Sache, wenn Schüler einmal ihre eigene Mini-Forschungsaufgabe bekommen. Problem ist nur, dass die VWA von praktisch jedem viel zu ernst genommen wird. Als Lehrer kann ich mir ja nur begrenzt aussuchen, welche Schüler sich mit einem Thema an mich wenden, aber für alle kommenden Schüler, die diesen Blog lesen (als ob das wer liest), möchte ich Euch sagen, ich akzeptiere Euch nur mit einem witzigen Thema.

Gollum

Womit wir bei den Themen wären. Heuer habe ich etwas ganz tolles bekommen, nämlich das Thema „Schizophrenie in der Literatur am Beispiel Gollums“. Seht ihr, ich habe keine Ahnung von Schizophrenie, aber das Thema ist lustig und ich hoffe selbst einiges davon zu lernen, einmal abgesehen davon, dass ich natürlich ein wenig Ahnung vom Herrn der Ringe habe, was in unserem Lehrkörper sicherlich nicht allzu weit verbreitet ist, also hab ich wenigstens von 50% der Arbeit eine Ahnung.

Gollum, nicht aus dem Peter Jackson Film sondern aus dem Animationsfilm aus dem Jahr 1978 (© 2013 Getty Images)

Gollum, nicht aus dem Peter Jackson Film sondern aus dem Animationsfilm aus dem Jahr 1978 (© 2013 Getty Images)

Aber jetzt zu Euch, will jemand eine Arbeit über das Anstecken von Gähnen auf Haustiere schreiben? Oder eine vergleichende Arbeit „Battle Royal“ und „Tribute von Panem“? Seid ihr große Fans von „Binky and the Brain“ und wollt ihr Welteroberungspläne von Bösewichten in Film, Fernsehen und Buch vergleichen? Wollt ihr eine Studie anfertigen, in der ihr erarbeitet wie Brot beschaffen sein muss, damit es nicht auf die Butterseite fällt? Ja, dann bin ich Euer Betreuer. Also nur zu!

ESC und los

Na gut, hier die ersten Titel. Auf der offiziellen Seite finde ich noch keine genaue Auflistung der Teilnehmer, aber wikipedia hat das natürlich schon, zumindest für die Länder, bei denen es schon feststeht. Ich beginne mit dem Land das letztes Jahr hinter Conchita gelandet ist, nämlich Niederlande. Diese Leute schicken jedes Jahr ansprechende und gute Musik hin, auch wenn das meistens nicht honoriert wird (vor allem, weil es nicht immer Mainstream genug ist). Heuer wieder mit einer ähnlichen Nummer, schauen wir mal, ob Trijntje Oosterhuis reüssieren kann oder doch nur mitgeht:

Und weil die Schweizer Entscheidung genau gestern war, und ich mir das nicht gegeben habe (Ich gebe zu, ich bin kurz drüber weg gesprungen), kommt hier die Schweizer Teilnehmerin. Melanie Rene hat sogar schon ein offizielles Video. Haut mich nicht vom Hocker, schlecht ist es aber auch nicht, und vor allem sie hat es offenbar selbst geschrieben, das kommt ja eher selten vor beim ESC. Lassen wir sie scheinen:

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Unsere Kinder (und damit meine ich die Zwillinge) besuchen ja eine Ganztagsschule. Ein Ort, der es unter anderem berufstätigen Eltern erlauben soll, stressfreier mit dem Thema Schule umzugehen. Grundsätzlich ein hehres Ziel und begrüßenswert, allerdings kaum umgesetzt. Einmal abgesehen davon, dass unsere Kinder ständig „freiwillige“ Arbeitsaufträge mit nach Hause bekommen, wie etwa ganze Seiten Text lesen, oder mehrere Arbeitsblätter oder beides, wird durch die Bürokratie die dort vor Ort herrscht, unser Leben sicher nicht einfacher.

Früher frei

Letzte Woche etwa, war eins unserer Kinder krank und zu Hause. Meine liebe Frau arbeitete deshalb von zu Hause aus (zumindest ihr Arbeitgeber Pfizer sei an dieser Stelle lobend erwähnt), um das kranke Kind im Auge zu haben. Am frühen Nachmittag wollte sie allerdings den zweiten Zwilling von der Schule holen, damit der nicht bis 16.30 in der Schule sein muss. Dazu sei gesagt, dass am Freitag der reguläre Unterricht nur bis 14.00 geht, unsere Kinder aber aufgrund unserer Arbeit bis 16.30 in der Schule bleiben. Allerdings rückte die Schule den weinenden Zwerg seiner nicht minder verduzten großen Schwester nicht aus, mit der Begründung, dass die Betreuung bis 16.30 eingetragen sei.

Nun kann ich gut verstehen, dass die Betreuer die Kinder nicht einfach irgendjemandem geben können, allerdings war in diesem Fall klar, dass es sich um die Schwester handelt, und es war auch klar, dass der zweite Zwilling zu Hause mit der Frau Mama wartet. Außerdem kann jeder jederzeit in diese Schule rein und sich vom Gang irgendwelche Kinder mitnehmen, denn es weiß nie irgendeiner der Betreuer, wo sich spezielle Kinder befinden, oft sind Kinder alleine im Gang und spielen, während die Betreuer in den einzelnen Räumen sind. Wie kann also einerseits diese vollkommene Unfreundlichkeit den Eltern beziehungsweise Kindern gegenüber aufrecht erhalten werden, wenn andererseits sowieso die Aufsichtspflicht in der Schule nur mangelhaft Ernst genommen wird?

Wird die Aufsichtspflicht gehandhabt, wie von diesem Babysitter (Bild aus der helfendeelfenwiki)

Wird die Aufsichtspflicht gehandhabt, wie von diesem Babysitter (Bild aus der helfendeelfenwiki)

Zurück zum Wesentlichen

Heute gehen wir in den absoluten Südosten, den Kaukasus. Die drei Mini-Republiken Armenien, Georgien und Aserbeidschan schickten in den letzten Jahren immer Beiträge gebracht, die – auch Aufgrund des Nachbarbonusses – immer wieder recht gut platziert waren. Für Armeinien startet Aram MP3 der eine Edelschnulze zum besten gibt, und daher wahrscheinlich nicht allein ohne Punkte übrig bleiben wird:

Azerbaidjan versucht es sehr ähnlich, allerdings mit der Sängerin Dilara Kazimova haben sie eine weit hübschere Interpretin. Allerdings ist der Song echt fad. Ich hoffe sie zünden was auf der Bühne an, sonst schläft die Hälfte des Publikums bei dem Song ein:

Der georgische Beitrag von The Shin and Mariko ist etwas interessanter (rein musikalisch), obgleich die Akkustikgitarre und der Althippie-Look wohl niemanden ins Orbit schießen wird vor Begeisterung. Diese Art von Beiträgen würde nur funktionieren, wenn der Ethno-Teil die Nachbarn besser abbilden würde, und irgendwie wirkt das nicht so:

Schoko schauen

April 4, 2014

Einer der größten Vorteile als Lehrer ist, dass wir unsere Schüler hie und da an interessante Orte begleiten dürfen. Nächste Woche zum Beispiel werde ich gemeinsam mit meinen Achtklässlern zur Zotter Schokomanufaktur fahren. Deshalb kriege ich in einer Woche Schokolade bis zum Abwinken. Zotter ist ja nicht nur in Linkslinker Gutmensch, sondern er ist derzeit auch ökonomisch durchaus erfolgreich, weshalb er eben einen Laden in Shanghai eröffnet. Scheinbar ist es also möglich auch mit relativ hohem Sozialstandard erfolgreich zu sein.

Klasse – Masse

Natürlich werden jetzt einige (durchaus zurecht) einwenden, dass das ja nur deshalb funktioniert, weil der Herr Zotter aus seiner Schokolade ein Lifestyle-Produkt gemacht hat und die Kunden es ausschließlich deshalb kaufen, weil es jedes nur erdenkliche Kriterium von Fair Trade über Bio zu Stärkung der lokalen Wirtschaft erfüllt. Daher kosten 80g auch beinahe 4€ und wenn ich für meine Kinder daheim kaufe, nehme ich die rechtsböse ultrabillige ausbeuterische Großkonzern-Schoki (300g um 2,10 bei Sonderangebot). Aber ich habe ja auch nicht behauptet das wir immer nur gut sein können, und wenn ich meinen Schokoladekonsum so aufrecht erhalten möchte wie derzeit, muss mein schlechtes Gewissen eben wegschauen.

Kennt ihr das? Ihr müsst in Eurer RPG Gruppe den Paladin immer zu einem Spaziergang mitnehmen, damit ihr die schlimmen Dinge tun dürft. So geht es auch mit meinem Gewissen, wenn ich Schoko kaufe. (Bild ist von diesem Blog: http://pewpewlazerz.wordpress.com/)

Kennt ihr das? Ihr müsst in Eurer RPG Gruppe den Paladin immer zu einem Spaziergang mitnehmen, damit ihr die schlimmen Dinge tun dürft. So geht es auch mit meinem Gewissen, wenn ich Schoko kaufe. (Bild ist von diesem Blog: http://pewpewlazerz.wordpress.com/)

Back to the Roots

Eigentlich gehts hier ja um die Musik oder? Ich möchte Skandinavien abschließen und beginne mit dem Gastgeber Dänemark. Die schicken Basim einen marrokkanisch stämmigen Jungspund, der ein durchaus fröhliches Lied trällert. Meiner Meinung nach nicht unbedingt eingängig, aber auch nicht schlecht. Und vom Text her erfüllt es jedes Song Contest Cliche:

Damit zum nördlichsten Teilnehmer: Island. Eine sehr farbenfrohe Band mit Namen Pollapönk vertritt die Insel. Sie treffen meinen Farbgeschmack und auch der Musikstil konviniert mit mir. Allerdings sollten sie bis Mai unbedingt noch Ghost-Sänger auftreiben, denn der Gesang tut weh:

Wir sind mit Skandinavien fertig, da ich aber noch Platz für ein Video habe gehe ich jetzt ganz in den Süden und porträtiere (ich bin eben durch die Autokorrektur draufgekommen, dass man nicht mehr portraitieren schreiben darf) die israelische Interpretin. Mei Finegold singt überraschend tief für ihr Aussehen. Ich denke das Lied kann mir gefallen, wenn ich es mir oft genug anhöre. Es verwendet nur wenig Dancefloor und ist insgesamt etwas rauer als die letzten Beiträge aus dem Land, obwohl auch diesmal wieder stark auf Sex-Appeal gesetzt wird.

Ich bin ja mittlerweile kein großer Fan von der Schule meiner Tochter, und obgleich mir keiner auf meine arglos-Aufgabe antwortete, möchte ich mich hier ein wenig über Bildung verbreitern. Weniger um irgendwelche Vorschläge zu machen (da gibt es ja sehr viele, siehe auch hier), sondern mehr um ein wenig zu sudern.

Dinge die doof sind

Ich will hier niemandem etwas madig machen, schon gar nicht, weil ich viele gute und engagierte Lehrer kenne, aber warum kann ein Lehrer eine Fortbildung in der Woche nach den „Herbstferien“ machen, wenn er den Termin der Herbstferien sicher schon ein halbes Jahr kennt?

Warum darf ein Lehrer die Ausrede haben, er sei mit einer pädagogischen Situation (Lernschwächen, hochbegabte Kinder) überfordert, da er nicht die richtige Ausbildung hat? Wozu hat diese Person auch Pädagogik studiert?

Wieso kommt ein Lehrer damit davon zu sagen, eine Klasse sei besonders faul und schlecht? Warum wird der Lehrer nicht von Schülern und/oder Eltern evaluiert? In der Erwachsenenbildung ist das Gang und Gebe, einerseits damit der Lehrer weiß wo er steht, andererseits, damit auch der Vorgesetzte ein Feedback bekommt.

Warum bekommt man in Wien keinen Gemeindehortplatz, wenn das Kind eine Bundesschule besucht? Und um bei diesem Amt zu bleiben, warum ist der Eintritt in den Kindergarten praktisch ausschließlich im September möglich?

Ich bin frustriert mit der Schule meiner Tochter, und die ist so etwas von freundlich zur Welt, dass sie (die Tochter) nicht einmal mitbekommt, wenn Lehrer ungerecht oder schlecht sind. Ich finde es ungerecht den guten Lehrern in der Klasse meiner Tochter gegenüber, dass ich wegen der schlechten ihnen (den Guten) gegenüber voreingenommen bin.

Was läuft gut

An dieser Stelle möchte ich alle motivierten Menschen im Bildungssektor loben. Ich kenne viele davon, neben Lehrern vor allem auch Kindergärtner. An dieser Stelle möchte ich klar sagen, dass ich für eine Aufwertung dieses Jobs bin. Meist verbringen Kindergärtner mehr Zeit mit den Kindern als die Eltern (wenn ich Schlafenszeit wegrechne). Es sind die Personen (nach den Eltern und in einigen guten Familienverbänden Großeltern) mit dem größten Einfluss auf unsere Kinder unter sechs.

Und gerade dieser Sektor verdient echt schlecht. Laut dem Artikel hier, verdienen sie nicht einmal 20.000 Euro brutto im Jahr, das ist ein Monatsgehalt von 1400 Euro brutto im Monat. Für einen anstrengenden und extrem wichtigen Job, immerhin sind Kinder unsere Zukunft (Gott ist das abgedroschen). Na OK, hier ist das Logo von unserem Kindergarten, um ein wenig die Sonne herein zu lassen:

http://www.kindergarten-hort-sonnenschein.at/

Das andere Extrem

Und zum Ende kommen wir tatsächlich zum Ende, nämlich den Teilnehmern beim diesjährigen Song Contest. Passend zum Thema, wie ich finde, kommen heute die Opas und Omas. Der Song Contest bietet heuer gleich zwei Combos, die sehr alte Menschen dabei haben, und zwar Großbritannien mit dem One and Only Engelbert Humperdink (der Mann ist immerhin schon 76) und Russland mit Buranovskiye Babushki (was so viel bedeutet wie die Omas von Buranova). Die Damen (alle so um die 70, die älteste ist 76) bewegen sich im übrigen auf der Bühne mehr als die beiden Dancefloor-Damen von meinem letzten Beitrag.

Gestern hab ich ein Streitgespräch gelesen. Die beiden Kontrahenten waren der Rapper Money Boy und der Benimmpapst Schäfer-Elmayer. Alleine diese Konstellation ist es wert, sich so etwas anzusehen, also gleich rein mit mir.

Interessanterweise entpuppte sich das Gespräch zu einer lauwarmen Selbstberäucherung beider „Kontrahenten“, die in diesem Interview eindrucksvoll bewiesen, dass Äusserlichkeiten vollkommen unwichtig sind.

Oberfläche

Beide betonte mehrfach, wie wichtig ein äußeres Erscheinungsbild sei, um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden, oder wie Money Boy auf die Frage zu Markenwaren meinte:„Es ist oberflächlich, aber für mich hat das keinen negativen Beigeschmack. Es ist nicht schlimm, wenn man oberflächlich ist. Es stärkt das Selbstbewusstsein, wenn man coole Kleidung trägt.“

Schön, das der gelernte Publizist und Rapper so eine Meinung vertritt, wo doch Rap ursprünglich aus der unterpriviligierten Schicht der Schwarzen in Amerika entstand, die sich alles mögliche, aber sicher nicht Gucci und Prada (Money Boys Lieblingsmarken) leisten konnten. (hier ein kurzer Auszug etwa aus der Geschichte des Rap natürlich auch von Wikipedia: In New York etablierte sich Ende der 1970er ein Trend in den vorwiegend schwarzen Ghettos, in Abrisshäusern selbstorganisierte Partys zu feiern (sogenannte Blockpartys), da sie zu den Clubs häufig nur schwer Zugang bekamen. Auf diesen Blockpartys wurde der Rap häufig genutzt, um die Menge anzuheizen und sich selbst vor- und darzustellen.).

Da will ich jetzt nicht zu sehr schimpfen, weil das betrifft im Endeffekt sowieso die meisten erfolgreichen Rapper, dass sie sich von den Wurzeln entfernen.

Der Benimm und die Frauen

Der eigentliche Hauptgrund, warum ich mich aufraffe diesen Artikel zu verfassen ist aber etwas, was Herr Schäfer-Elmayer zum Besten gegeben hat, und das von Money Boy auch ohne irgendein Gegenwort akzeptiert wurde.

Es ging dabei vor allem darum, dass die Frage rund um Schüler/Schule begonnen hat, da Schäfer-Elmayer diesen Ratgeber für Schüler verfasst hat. Ich möchte an dieser Stelle natürlich betonen, dass beide Diskutanten sicher nicht großartige Kenner der Bildungspolitik Österreichs sind, aber bitte, schlimmer als Statement Österreichischer Politiker kann Elmayers Aussage auch nicht werden.

Nachdem beide (Money Boy und Elmayer) sich einig waren, dass Lehrer heute oft überfordert sind, Eltern lieber dem Lehrer als ihrem missratenen Fratzen die Schuld für Ärger geben, selbst aber sowieso viel zu wenig Zeit für die Zöglinge haben (hier wurde natürlich nicht gesagt, wer der Eltern mehr Zeit mit den Kleinen verbringen soll, aber wir wissen doch alle, was solche Aussagen impliziern)

Dazu ein kleiner Buchtipp:

http://www.evarossmann.at/anderes/heim-an-den-herd/

Aber nach all dem Spannungsaufbau hier die Erklärung von Herrn Schäfer-Elmayer, warum Lehrer heute oft überfordert sind, und die nötige Autorität missen: Ich habe während meiner ganzen Schulzeit keine einzige Lehrerin gehabt, heute ist der Beruf total weiblich dominiert. Viele Frauen ergreifen den Beruf nicht aus Berufung, sondern weil es praktisch ist, wenn sie eigene Kinder haben. Sie haben in den Schulferien und am Nachmittag frei. Aber das ist natürlich nicht der Sinn der Sache, weil solche Frauen dann sehr schnell überfordert sind, wenn sie das nicht aus innerer Berufung machen.

Na ist das schön chauvinistisch? Hab ich zu viel versprochen? Money Boy widerspricht hier nicht, sondern setzt noch drauf: Ich habe auch den Eindruck, dass das viele Lehrer nicht aus Berufung machen und nicht unbedingt die am besten geeigneten Personen Lehrer werden. Weil die vielleicht dann andere Berufe ergreifen.

Wer jetzt, die Frauen als Lehrer oder doch alle? Oder meint er die Männer ergreifen andere Berufe, weil sie dort die geeigneten Personen sind? Ich meine ich kenne nicht nur gute Lehrer, aber die meisten, die ich persönlich kenne, und die ich auch durch meine Tochter kennen gelernt habe, waren durchwegs engagiert und bemüht.

Aber um zu Schäfer-Elmayer zurück zu kommen. Als der Mann die Schulbank drückte war es 1952-1964 (ich nehme eine normale Schulzeit mit Matura an). In dieser Zeit waren etwa 20% der Frauen zwischen 15 und 60 berufstätig. Etwas weniger als 1% hatten eine akademische Ausbildung (die bekanntlich zum Unterrichten benötigt wird), schon aus diesen demografischen Gründen dürften Lehrerinnen selten gewesen sein.

Ein zweiter Grund dürfte auch die Änderung des sozialen Stellenwerts des Berufs sein. Wir wissen doch alle, dass Männer vor allem in angesehene Berufe drängen, noch immer sind 90% der Uni-Professoren Männer, Vorstände von großen Firmen bestehen fast ausschließlich aus männlichen Mitgliedern, und das, obwohl mittlerweile 10% der Frauen einen Uni-Abschluss haben (das ist nur knapp weniger als die 11% bei den Männern). Lehrer zählt aber schon lange nicht mehr zu den „renommierten“ Berufen. Während wir in den 60er Jahren noch die Dreifaltigkeit Bürgermeister, Pfarrer und Lehrer hatten, die in einem Ort alles bestimmten, ist dies heute schon lange nicht mehr der Fall. Lehrer sind eine Art Kindergärtner für größere Kinder in der Vorstellungswelt der meisten Menschen. Das gilt vor allem für Volksschullehrer aber in zunehmendem Maße auch für alle anderen. Kindergärtner waren aber schon immer fast ausschließlich Frauen. Warum wundern wir uns also?

Um am Ende noch etwas wüstes zu zeigen, damit ihr euch mit mir ärgern könnt hab ich hier den Money Boy:

Langsam sollte ich mir überlegen, ob ich den Blog umbenennen soll in “Menschen denen ich begegne, und die irgendwie komisch sind” (Betont neutral gehalten, weil es ja auch Menschen geben soll, die witzig komisch sind.) Gestern war ich auf jeden Fall bei einer Elternvereinssitzung statt unserer Elternvertreterin aus der Klasse, weil die halt keine Zeit hatte und in solchen Fällen ich einspringe.

Mal generell, was macht der Elternverein? Beim Elternverband findet man zwei Aufgaben, die der Elternverein erfüllen soll:

  1. Die Wahrung der Elterninteressen hinsichtlich der schulischen Bildung der Kinder und der mit dem Schulbesuch der Kinder zusammenhängenden Fragen innerhalb der Schule; z.B. gegenüber SchulleiterInnen, LehrerInnen und/oder Eltern.
  2. Die Wahrung der Eltern- bzw. Schulinteressen nach außen; z.B. gegenüber Behörden und sonstigen Institutionen.

Im Endeffekt also eine Interessensvertretung für Eltern, und vor allem bei Volksschulen natürlich auch für die Schüler. Das Problem, wie in allen Vertretungssachen, dort wimmelt es vor Menschen, die ganz wichtig sind, die sich ehrenamtlich das antun, und die generell immer arm sind (vielleicht wegen zu wenig Aufmerksamkeit im restlichen Leben, oder einem gesteigerten Bedürfnis von Selbstdarstellung, ist aber generell egal, warum). Gestern bin ich dem Paradebeispiel dafür begegnet.

Jetzt stellt sich die Frage, wie kann man jemandem begegnen, der offensichtlich die Realität stark verzert wahrnimmt, und glaubt er/sie sei der Mittelpunkt des Universums? Grundsätzlich gibt es mehrere Wege:

  1. Anpassung: Der Weg des geringsten Widerstandes, man sitzt dort, und sagt zu allem “Ja und Amen”.
  2. Anbiederung: Man liefert dem Selbstdarsteller noch mehr Munition, das hilft dahingehend, dass sich die Person immer weiter bestätigt fühlt, und wenigstens im nächsten Umfeld sediert bleibt.
  3. Gratwanderung: Der Versuch konstruktiv zu arbeiten, ohne den Selbstdarsteller zu verunsichern und sein Ego zu kränken. Es kommt natürlich auf den Grad von Egozentrismus an, inwieweit diese Gratwanderung möglich ist, aber es gibt natürlich in jeder Gruppe die eine oder andere Person, die was weiterbringt, sonst würden wir wohl immer noch in Höhlen leben.
  4. Konfrontation: Wenn der selbstdarsteller auf einen anderen Egozentriker trifft, ist das immer ein Problem, denn beide sind die Aufmerksamkeit gewohnt und mögen es nicht, wenn der andere Recht hat.

Wie die Leser meiner Kolumne vielleicht mitbekommen haben, neige ich nicht gerade dazu, ein Mauerblümchen zu sein, weshalb sich jeder vorstellen kann, was passiert, wenn ich linkslinker Gutmensch in einer Runde bin, in der eine Person geschlagene 2.5 Stunden nichts anderes macht als Mobbing gegen einzelne Personen aus der Schulverwaltung, Lehrer und Eltern betreibt. Sicherlich, einige der angesprochenen Personen mögen unfähig sein, aber eine derart gehässige Darstellung von anderen Menschen war mir bisher neu. Grundsätzlich bin ich ja gerne bereit konstruktiv an allem mitzuarbeiten und ich vertrage auch Kritik, dahingehend also nicht unbedingt Egozentriker, aber wenn jemand unangenehm ist, dann sage ich ihm auch meine Meinung.

Damit man sich vorstellen kann, was ich meine hier nur einer von vielen Punkten. Es ist offenbar nicht möglich dieses Jahr in der Schule gegen FSME (Zeckenschutzimpfung) geimpft zu werden. Unter anderem wollte Selbstdarsteller klarlegen, dass die Ärztin offensichtlich mit ihrem Posten überfordert ist, und auch nicht bereit ist zu kooperieren, dazu wurde uns dann die Geschichte nahegelegt, wie besagte Person, das erste mal die Ärztin getroffen hat. Diese sei nicht im Arztzimmer angetroffen worden (die Ärztin ist einmal in der Woche von 8-12 offensichtlich sollte gesagt werden, dass im Falle eines Notfalls niemand aufzufinden wäre, heißt wohl Kinder dürfen sich nur am Mittwoch verletzen, und da auch nur bis 12.00). Dann wurde sie aber doch um 8.45 mit einem Kaffee (diese verdammte Hedonistin hat offensihtlich nichts zu tun) gefunden als sie aus dem Zimmer der Direktorin kam (Verschwörung der Unfähigen, die die Schule in den Untergang führen). Begleitet mit süffisantem Lachen und zynischen Bemerkungen ist das dann noch eine halbe Stunde so gegangen, obgleich sich herausstellte, dass die Ärztin sehr wohl auch zur Kooperation fähig ist, da es im letzten Jahr sehr wohl mit dem Elternverein gemeinsam geschafft wurde zu impfen (aber vielleicht beherrschte die vorherige Vorsitzende die Fähigkeit der Kommunikation).

Von dieser Seite kommt sicher noch mal was von mir, aber jetzt möchte ich kurz das Thema wechseln, das ein wenig dazu passt. Der dritte Präsidentschaftskandidat Rudolf Gehring hat ja auch so seine Vorstellungen in Bezug auf Erziehung, ich möchte ihn hier kurz zu Wort kommen lassen, damit sich jeder davon ein Bild machen kann. Also ein wichtiger Punkt ist ihm folgender:

Ein neues Österreich stelle ich mir kinder- und familienfreundlich vor – Kinder sind unsere Zukunft!“ (von seiner HP)

Das klingt ja schon mal vielversprechend. Leider habe ich kein Interview gefunden, in dem Herr Gehring über Kinderkrippen gesprochen hat, die von seiner Partei als “Kindesmisshandlung” bezeichnet werden. In dem unteren Beitrag, wird auch erklärt, das “Die Christen” dafür sind, dass Eltern für Ihre Kinder wählen dürfen. Leider wird nicht erklärt, ob der Vater auch für die Frau wählen darf, wie das im 19. Jahrhundert durchaus gemacht wurde. Leider geht so eine Argumentation, auch wenn möglicherweise ehrenwerte Motive dahinter stehen, vollkommen an der Realität vorbei. Die schaut einfach so aus, dass Frauen, nachdem sie 7 Jahre zu Hause bei den Kindern waren, plötzlich allein, ohne Geld, Job und Alimente dastehen, weil sich der Ehemann absentiert, der davor alle Aspekte des Lebens mit seinem Einkommen bestimmt hat. Wenn ich so etwas verhindern will, muss ich gewährleisten, dass alle in der Familie am wirtschaftlichen und sozialen Leben teilnehmen, d.h. Auch Sozialleistungen daran binden, ob beide Partner etwa ein Teil der Kinderkarenz absolviert haben/werden.

Und dann hab ich noch einen ausgesprochen perfekten Werbespot von der letzten Wahl, der eigentlich vollkommen für sich spricht: