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Schon lange habe ich mich von politischen Aussagen zurück gehalten, aber ich muss mich kurz erleichtern. Ich bin ja manchmal ein Zyniker, dennoch bin ich meist optimistisch im Blick nach vorne. Ich weiß, dass Demokratie nun einmal ausschließlich funktioniert, wenn man Kompromisse schließt, daher bevorzuge ich ein Proportionalwahlrecht, wie es die meisten europäischen Staaten besitzen. Das führt zwar dazu, dass es scheinbar manchmal Stillstand gibt, wie in Österreich, aber über kurz oder lang setzen sich brauchbare Kompromisse durch. Die Meisten werden unzufrieden sein mit diesen Entscheidungen, weil sie ihre Maximalforderungen nicht durchgesetzt haben, aber so ist das eben, wenn man sich in der Mitte trifft.

Ich-Gesellschaft

Natürlich wird das mit den Kompromissen in letzer Zeit immer schwieriger. Sowohl Medien, als auch die Situation am Arbeitsplatz bevorzugen Menschen, die sich selbst in den Vordergrund drängen. Der, der am lautesten schreit, bekommt, was er will. Meine Großmutter lehrte mich noch folgendes:“Der Gscheitere gibt nach, der Esel fällt in Bach.“ Allerdings muss ich mit zunehmender Frustration wahrnehmen, dass kluge und bedachte Aussagen, Menschen oder Prinzipien wegen ihrer Zurückhaltung und meist komplexen herangehensweise ignoriert werden, um den laut brüllenden Argumenten zu weichen. So gesehen heute Nacht bei der Präsidentschaftswahl in den USA. Mittelschicht und Unterschicht wählt einen Menschen, der zugibt Steuern nicht zu zahlen und im Falle seiner Wahl will er Steuern für die Reichen senken. Dieser Mensch wird gewählt, obwohl es klar sein muss, dass mit dieser Vorgehensweise irgendwo anders gespart werden muss, denn Geld entsteht ja nicht aus dem Nichts (zumindest nicht in der realen Welt, in der Welt der Hochfinanz ist das ja, wie wir seit 2008 wissen gang und gäbe). Woher wird er das Geld nehmen? Aus dem Bildungssektor, Sozialhilfe, Gesundheit, Infrastruktur. Alles Bereiche, die vor allem für die Armen und die Mittelschicht wichtig sind, denn der Multimillionär kann sich auch Privatlehrer für seine Kinder leisten.

Der Elefant, Zeichen der republikanischen Partei (copyright WDR; Die Sendung mit der Maus)

Der Elefant, Zeichen der republikanischen Partei (copyright WDR; Die Sendung mit der Maus)

Der Esel, Symbol der demokratischen Partei und wichtiger Sprichwortbestandteil meiner Oma (copyright Dreamworks; Shrek)

Der Esel, Symbol der demokratischen Partei und wichtiger Sprichwortbestandteil meiner Oma (copyright Dreamworks; Shrek)

 

 

 

 

 

 
Wie dem auch auch sei, als Pragmatiker denke ich mir, dass die Welt nicht untergehen wird, nur weil ein egomanischer Steuerhinterzieher die USA anführt. Vielleicht ist ein Isolationist in Washington sogar gut für die EU, da wir uns dann weniger auf den Onkel aus Amerika verlassen können.

Bundespräsidentenwahl

Wenn wir uns aber das Jammertal in Österreich ansehen, so sind sicherlich mehr als 50% der Österreicher geschockt über den Wahlausgang in den vereinigten Staaten. Einmal sehen, ob sich für die Wahl am 4. Dezember in Österreich die rationale Entscheidung durchsetzt, oder ob am Ende dann wieder alle zetern.

Zum Ende noch ein Video von kleinen Häschen. Die sind süß und einen die Nation, weil jeder sie mag:

 

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An dieser Stelle habe ich doch schon einige Male über Kindererziehung und ähnliches geschrieben. Erstens, weil mir das Thema aufgrund meines persönlichen Umfelds (3 Kinder) interessiert und zweitens, weil ich Masochist genug bin, mir die Kommentare unter Artikeln über Erziehung anzusehen.

Meinungen hinaus posaunen

Ich weiß nicht, ob es eine österreichische Eigenheit ist, aber es fühlt sich hier jeder bemüßigt seine Meinung hinauszuposaunen, egal wie falsch (besser unfundiert) sie ist. So durften wir uns von Pensionisten anhören, wie junge Männer ihr 19. Lebensjahr verbringen müssen. In Foren zu Ebola werden weiterhin Schauermärchen erzählt, dass die Pharmaindustrie Mittelchen zurück hält, um dann richtig abzucashen, wenn die halbe Welt im Sterben liegt. Und natürlich weiß jeder in Österreich, wie es ist, Kinder zu erziehen. Da wiederum vor allem Leute, die mit Kindern gar nichts am Hut haben.

Derzeit werden wieder einige Artikel zum Thema Karenz, und wie wenig Männer da doch mitmachen geführt. Man kann sich anhören, dass die armen Firmen zugrunde gehen würden, wenn mehr Männer daheim bleiben. Dass ja eh schon jeder fünfte Vater daheim bleibt. Am coolsten ist die Wirtschaftskammer, die meint, den Papamonat brauchts eh nicht, können ja in Urlaub gehen, wenn sie daheim bleiben wollen.

Mitarbeiterausfall

Also liebe Firmen zum Verlust: Ihr müsst die Person in Karenz während dieser Zeit nicht bezahlen (das macht die Krankenkasse, eigentlich cool, wenn man bedenkt, dass Kinderkriegen eigentlich das Gegenteil von krank sein ist). Ja, ihr müsst Ersatz finden, aber doch nicht von heute auf Morgen, das Gesetz sagt, dass man 4 Monate vor Antritt der Karenz den Arbeitgeber darüber in Kenntnis setzen muss (Meldefrist). In dieser Zeit sollte es doch irgendwie machbar sein, Ersatz zu finden, vor allem, da es derzeit sowieso immer mehr Arbeitssuchende gibt. Und ganz ehrlich, jeder will – und damit meine ich auch Chefs – dass Frauen das gleiche leisten wie Männer, warum verlangt man dann nicht im Umkehrschluss das gleiche leisten wie Frauen?

Zum Ende der Überlegungen möchte ich noch ein wenig zur Statistik kommen. Laut allen möglichen Studien gehen etwa 20% der österreichischen Männer in Karenz. Wenn man in Elterncafes ist, oder beim Einkaufen, oder sonstwo, wo viele Menschen mit Kindern zusammen kommen, fragt man sich, wie diese Zahlen zustande kommen. Deshalb habe ich mich bei der Statistik Austria ein wenig schlau gemacht und gefunden, das statistisch gesehen Männer gar nicht in Karenz sind. Tatsächlich sind jederzeit so wenig Männer in Karenz, dass deren Zahl als unzuverlässig gilt, weil sie kleiner ist als die Standardabweichung. Es sind also derzeit etwa 2000 Männer +/- 3000 in Karenz. Bei den Frauen ist das ein wenig anders.

Das habe ich von der Statistik Austria. Im Jahr 2012 waren statistisch nicht vorhanden viele Männer in Karenz (copyright Statistik Austria)

Das habe ich von der Statistik Austria. Im Jahr 2012 waren statistisch nicht vorhanden viele Männer in Karenz (copyright Statistik Austria)

Wie kommt das? Nun ganz einfach, Männer bleiben normalerweise nicht länger als 3 Monate zu Hause. Wahrscheinlich, weil sie zu wichtig in der Arbeit sind (Achtung Sarkasmus), wie ein Chef den ich einmal hatte, und ohne den das System weit besser und effizienter funktionierte.

Respekt

Herrschaften, es würde besser funktionieren, wenn wir uns alle ein wenig zurück nehmen würden und vor anderen etwas mehr Respekt hätten. In diesem Sinne auch das erste meiner beiden Videos:

Das ist eine nette Truppe und hat mit dem Thema nix mehr zu tun. Sind aber Wiener mit einem Einschlag zu Blues und Wienerlied (wobei das sowieso gut passt):

Ich will ja nicht wirklich mehr viel über Politik schreiben, weil ich mich da sowieso nur aufrege. (Jetzt muss ein ABER kommen).

Michael Spindelegger

Also der Michael Spindelegger ist zurück getreten. Wahrscheinlich hat er sich gesagt, bevor ich mir ein Magengeschwür hole ist das noch der bessere Weg mit den Wapplern in meinem Rücken. Ich nehme an, der Mann ist hochgradig Burnout gefährdet und das ist ja das eigentliche Problem an unserer Politik.

Da ist jemand Vorsitzender der ÖVP. Das ist eigentlich ein Fulltimejob. Dann macht er noch den Vizekanzler (gut da weiß ich jetzt nicht so genau wie die Jobdiscription ist, stell ich mir jetzt nicht unbedingt stressig vor) und noch den Finanzminister. Letzteres ist ein 60-80 Stunden Job (pro Woche, nicht Monat ihr Dolme), nehm ich mal an.

Ein Grottenolm, nicht ein Dolm. Gefunden auf dieser Seite: http://www.gedankenkraut.de/fun/olm.html

Ein Grottenolm, nicht ein Dolm. Gefunden auf dieser Seite: http://www.gedankenkraut.de/fun/olm.html

Gut ich bin kein Freund Spindeleggers, Irgendwie nervt mich seine Blockade von Vermögenssteuern und Gesellschaftspolitisch ist er irgendwo in den 50er Jahren stecken geblieben, deshalb sag ich mal bitte soll sein, geht er halt.

Reinhold Mitterlehner

Der Nachfolger ist auch schon gefunden, und er hat sich auch schon zur Steuerreform zu Wort gemeldet. Die ÖVP will der SPÖ ein wenig entgegen gehen und zwar keine Vermögenssteuern einheben (geschweige denn Erbschaftssteuern, wo kommen wir da denn hin), aber zumindest so was ähnliches. Es soll die Grundsteuer und die Kapitalertragssteuer (kurz KEST) erhöht werden.

Zur ersten kann man stehen wie man will, macht sicherlich Sinn diese Steuer an moderne Verhältnisse anzupassen, denn derzeit zahlt man Steuern nach den Richtwerten von 1979. Da war ich zwar schon am Leben, erinnern tu ich mich aber nimmer an damals.

Die KEST aber zu erhöhen ist wohl ein leichter Scherz. Wer bitte zahlt denn KEST? Nur so Leute, die es sich nicht leisten können ihr Geld in einen Aktienfonds oder ähnliches zu investieren, also alte Omas, der Hackler von nebenan, dem im Monat 100 Euro über bleiben, die er auf den Bausparer wirft, und ähnliche Personen.

Hallo Reichensteuer – Wo?

Ich weiß es ist nicht einfach sich zum Beispiel Stiftungen vorzunehmen, haben doch die Spezies aus dem Cartellverband ihr Geld dort geparkt, Na der Django (Cartellverbandsname von Mitterlehner) wird schon wissen, wem er was schuldet. Und geschossen wird wieder mal auf die Kleinen.

Abschluss und Namensfindung

Ich bin letztens gefragt worden, wie ich einen Verlag nennen würde (Kinder und Fantasy) und hab mir dann gedacht, Sphinx-Verlag wäre ganz nett. Aber irgendwie gibts den schon. (Gehört zur Bertelsmann-Gruppe und vertreibt Weltverschwörungsbücher).

Falls es Vorschläge gibt für einen schönen Namen, nur zu. Und hier noch zum Abschluss ein Video, das mich sehr beeindruckt hat zur Grenze zwischen USA und Canada sowie etwas Musik:

Keine Ahnung, ob ich das schon mal drinnen hatte, ich mags trotzdem sehr gern und passt auch irgendwie zum Herrn Spindelegger. Er hat halt keine Gründe mehr gesehen:

Heute fange ich einmal mit einem Video bzw. Lied an. Als ich nach meinem letzten Beitrag noch ein wenig durch Youtube gepilgert bin, konnte ich auch folgenden Beitrag finden:

Bevor ihr diesen Blog jetzt wegklickt solltet ihr wissen, dass es am Ende wieder ein Quiz mit fantastischem Preis gibt!

Politische Korrektheit

Wenn man ein wenig durch die Kommentare zu dem Lied streift, kann man dort eine interessante Diskussion verfolgen. Sie herrscht zwischen drei Menschengruppen:

  1. Die politisch Korrekten: Diese Leute werden ganz wahnsinnig ob der Bezeichnung Schwarzer Zigeuner
  2. Die rechten Recken: Diese Leute werden ganz wahnsinnig, dass man den folkloristischen Begriff Zigeuner abschaffen will
  3. Die Verklärten: Diese Leute werden ganz wahnsinnig, weil die zwei oberen nicht die Schönheit und Genialität des Liedes genießen können.

Jetzt muss ich sagen, es ist sicher nicht das beste Lied des Schweizer Kochs, aber auch nicht schlecht, somit gehöre ich vielleicht irgendwie in die dritte Gruppe. Ich will mich in weiterer Folge aber natürlich um die ersten beiden Gruppen kümmern.

Der unvergessene Vico Torriani mit Gitarre und Schmalzlocke (von der Seite http://mikiwiki.org/)

Der unvergessene Vico Torriani mit Gitarre und Schmalzlocke (von der Seite http://mikiwiki.org/)

Vor allem in Deutschland gibt es seit geraumer Zeit eine Diskussion über korrekte Sprache. So werden aus alten Kinderbüchern, die noch immer in Gebrauch sind fremdenfeindliche oder sexistische Ausdrücke entfernt. Dabei gilt es natürlich eine gewisse Gratwanderung einzuhalten, denn oft sind solche Ausdrücke explizit erwünscht. So kann ich aus den Werken Mark Twains nicht das Wort Nigger entfernen, da sonst der Sinn verloren geht. Immerhin geht es hier um die Diskriminierung eines Afroamerikaners. Andererseits hat zum Beispiel Astrid Lindgren noch zu Lebzeiten verfügt, dass Pippi Langstrumpfs Vater nicht mehr Negerkönig sein solle.

Grundsätzlich ist das eine sehr vernünftige Einstellung an die Sache heran zu gehen. Es macht einerseits Sinn, die Diskriminierungen der Vergangenheit aufzuzeigen und zu thematisieren aber andererseits Alltagsrassismen so weit wie möglich einzudämmen, quasi ein guter Mittelweg zwischen Gruppen 1 und 2.

Anschaulichkeit

Das ist alles sehr akademisch, ich versuche es hier mit einem Beispiel zu illustrieren. Wir alle kennen den Herrn Mölzer (ich werde hier sicher kein Bild von ihm publizieren). Der meint ja, es sei in Ordnung Neger zu sagen, weil es ein gutes deutsches (oder teutsches) Wort sei. Jetzt kann ich wenig mit dem Wort anfangen, aber mit Zigeuner kenne ich mich etwas aus. Was meint der Herr Mölzer, wenn er „Zigeuner“ sagt? Er sagt damit „diebisches, arbeitsscheues Gesindel, das Brunnen vergiftet und Kinder stiehlt“ (oder so ähnlich). Keine freundliche Sache so etwas zu sagen, oder? Grund genug dieses Wort zu verbannen. Wobei das bezüglich des Herrn Mölzer sowieso egal ist, weil wenn der „Roma oder Sinti“ sagt meint er auch „diebisches, arbeitsscheues Gesindel, das Brunnen vergiftet und Kinder stiehlt“.

Bei mir ist das etwas anders. Ich konnotiere (sollte einer meiner Schüler tatsächlich bis hierher gelesen haben, kann ich nur sagen, schaut euch die Bedeutung dieses Wortes in der Wiki an) das Wort Zigeuner ganz anders. Meine Großmutter meinte oft, sie sei ein halber Zigeuner, weil ihr Vater Roma oder Sinti war (aber ich glaube nicht einmal meine Oma weiß zu welcher der Volksgruppen mein Urgroßvater zählte). Ich verbinde daher mit diesem Wort Zigeuner immer so etwas wie „unbändige Lebensfreude“. Und ich denke auch Vico Torriani will das in dem Lied oben zum Ausdruck bringen (hört euch einmal den Text an, es geht um Freude, obwohl es einem schlecht geht). Im Gegensatz zum Herrn Mölzer verwende ich das Wort Zigeuner aber nicht im Alltag, weil ich nicht will, dass Menschen diese negative Konnotation der rechten Recken in meine Worte legen. Wohl ein Dilemma.

Und zum Abschluss einmal keine Musik, aber dafür ein genialer Videoclip:

Und hier noch unser heutiges Quiz: Als Preis gibt es einen Deckelöffner, der mir in die Hände gefallen ist, und so ziemlich das praktischste ist, das ich in den letzten fünfeinhalb Minuten gesehen habe. Sollte der erste Antwortende einer meiner Schüler (ja ich meine auch Schülerinnen) sein, bekommt sie (ja ich meine auch er) zusätzlich ein Mitarbeitsplus.
Die Frage: Wenn wir hier schon so viel schwarz hatten, wäre interessant zu wissen, was denn das schwarze Gold ist?

Noch mehr schwarz. Die junge Christina Ricci als Wednesday Addams (aus der http://www.cosmopolitan.co.uk/)

Noch mehr schwarz. Die junge Christina Ricci als Wednesday Addams (aus der http://www.cosmopolitan.co.uk/)

Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Freund von Gleichberechtigung und es ist auch mein Anliegen, dass Homosexuelle Menschen heiraten können und Kinder adoptieren dürfen. Immerhin sind wir soweit gleich, dass wir doch alle die gleichen Rechte und Pflichten haben sollten. Außerdem kann ich nachvollziehen, dass sich das Thema derzeit irgendwie anbietet („Hallo Conchita, McFly“ für all jene die es nicht kapieren). Es ist aber sicherlich nicht das vordergründigste Thema für mich, und im Endeffekt sollte es das nicht einmal für schwule Männer und lesbische Frauen und andere transgender Menschen sein.

Wahlkampf

Warum diese meine Aussage? Gerade eben wird das Thema von der SPÖ aufgegriffen um damit Wahlkampf zu machen. Das Kalkül ist klar:

  1. Die SPÖ kann sich als Gutmenschenpartei für die EU-Parlamentswahlen positionieren
  2. Sie kann gleichzeitig ihre Konkurrenten von ÖVP und FPÖ wie die reaktionären Dodeln da stehen lassen, die sie auch tatsächlich sind.
  3. Gleichzeitig weiß die SPÖ auch, dass das Thema so unwichtig ist, dass man es getrost nach den Wahlen der ÖVP opfern kann (wurde ja schon öfter praktiziert)
  4. und das ist das wichtigste: Es lenkt von den wesentlichen Problemen des Landes ab.
So macht es die Regierung gerade, da vorne sitzt die süße Conchita und von hinten nimmt man uns die Kohle (ich hoffe das Copyright unterm Bild ist richtig, falls nicht ändere ich das natürlich)

So macht es die Regierung gerade, da vorne sitzt die süße Conchita und von hinten nimmt man uns die Kohle (ich hoffe das Copyright unterm Bild ist richtig, falls nicht ändere ich das natürlich)

Österreich trudelt noch immer in einer Rezession herum, die Arbeitslosenquote bricht jedes Monat neue Rekorde, die letzte wirkliche Bildungsreform erfolgte im Jahr 1921 mit dementsprechend veraltetem Zugang zu Bildung, die Abgabenquote ist eine der höchsten in ganz Europa, in den Städten explodieren die Immobilienpreise und Mieten, Alleinerzieher sind eigentlich kaum mehr in der Lage für sich und ein Kind zu sorgen, der Gesundheitssektor ignoriert die Prävention und steckt lieber irre Beträge in Behandlungskosten, obgleich Österreich eines der reichsten Länder der Welt und innerhalb der EU ist, gibt es nur einen Bettel für Entwicklungshilfe aus, Forschung wird sowieso totgespart, Für die dümmsten Dinge gibt es in Österreich neun/zehn Gesetze und genau so viele Stellen die diese verwalten, Frauen erhalten für die gleiche Arbeit ein Drittel weniger Lohn als Männer. Muss ich fortfahren? Das sind Themen, die eine sozialistische Partei auch ansprechen sollte, aber von der SPÖ habe ich nichts dergleichen in der Zeitung gelesen. Schnell das Feigenblatt Conchita überziehen und weiter wursteln.

Jetzt gehts mir etwas besser, und damit es mir noch besser geht kommt etwas brauchbare Musik:

Und hier noch der deutsche Vorzeigeschwarze:

Schoko schauen

April 4, 2014

Einer der größten Vorteile als Lehrer ist, dass wir unsere Schüler hie und da an interessante Orte begleiten dürfen. Nächste Woche zum Beispiel werde ich gemeinsam mit meinen Achtklässlern zur Zotter Schokomanufaktur fahren. Deshalb kriege ich in einer Woche Schokolade bis zum Abwinken. Zotter ist ja nicht nur in Linkslinker Gutmensch, sondern er ist derzeit auch ökonomisch durchaus erfolgreich, weshalb er eben einen Laden in Shanghai eröffnet. Scheinbar ist es also möglich auch mit relativ hohem Sozialstandard erfolgreich zu sein.

Klasse – Masse

Natürlich werden jetzt einige (durchaus zurecht) einwenden, dass das ja nur deshalb funktioniert, weil der Herr Zotter aus seiner Schokolade ein Lifestyle-Produkt gemacht hat und die Kunden es ausschließlich deshalb kaufen, weil es jedes nur erdenkliche Kriterium von Fair Trade über Bio zu Stärkung der lokalen Wirtschaft erfüllt. Daher kosten 80g auch beinahe 4€ und wenn ich für meine Kinder daheim kaufe, nehme ich die rechtsböse ultrabillige ausbeuterische Großkonzern-Schoki (300g um 2,10 bei Sonderangebot). Aber ich habe ja auch nicht behauptet das wir immer nur gut sein können, und wenn ich meinen Schokoladekonsum so aufrecht erhalten möchte wie derzeit, muss mein schlechtes Gewissen eben wegschauen.

Kennt ihr das? Ihr müsst in Eurer RPG Gruppe den Paladin immer zu einem Spaziergang mitnehmen, damit ihr die schlimmen Dinge tun dürft. So geht es auch mit meinem Gewissen, wenn ich Schoko kaufe. (Bild ist von diesem Blog: http://pewpewlazerz.wordpress.com/)

Kennt ihr das? Ihr müsst in Eurer RPG Gruppe den Paladin immer zu einem Spaziergang mitnehmen, damit ihr die schlimmen Dinge tun dürft. So geht es auch mit meinem Gewissen, wenn ich Schoko kaufe. (Bild ist von diesem Blog: http://pewpewlazerz.wordpress.com/)

Back to the Roots

Eigentlich gehts hier ja um die Musik oder? Ich möchte Skandinavien abschließen und beginne mit dem Gastgeber Dänemark. Die schicken Basim einen marrokkanisch stämmigen Jungspund, der ein durchaus fröhliches Lied trällert. Meiner Meinung nach nicht unbedingt eingängig, aber auch nicht schlecht. Und vom Text her erfüllt es jedes Song Contest Cliche:

Damit zum nördlichsten Teilnehmer: Island. Eine sehr farbenfrohe Band mit Namen Pollapönk vertritt die Insel. Sie treffen meinen Farbgeschmack und auch der Musikstil konviniert mit mir. Allerdings sollten sie bis Mai unbedingt noch Ghost-Sänger auftreiben, denn der Gesang tut weh:

Wir sind mit Skandinavien fertig, da ich aber noch Platz für ein Video habe gehe ich jetzt ganz in den Süden und porträtiere (ich bin eben durch die Autokorrektur draufgekommen, dass man nicht mehr portraitieren schreiben darf) die israelische Interpretin. Mei Finegold singt überraschend tief für ihr Aussehen. Ich denke das Lied kann mir gefallen, wenn ich es mir oft genug anhöre. Es verwendet nur wenig Dancefloor und ist insgesamt etwas rauer als die letzten Beiträge aus dem Land, obwohl auch diesmal wieder stark auf Sex-Appeal gesetzt wird.

April April

April 2, 2014

Das soll jetzt kein Scherz werden (ist sowieso einen Tag zu spät), aber der einzige Fan, den mein Blog hat, und den ich freundlicherweise auch ab und an in meiner Wohngegend sehe meinte, ich solle bei den Alliterationen bleiben. Und obwohl „April April“ keine großartige ist, bietet sie zumindest einen thematischen Einstieg.

Gedanken

Neben meinem erbitterten Kampf für mehr Song Contest, schreibe ich ja auch immer ganz gerne über Bildung/Erziehung. Liegt irgendwie auf der Hand, wenn ich bedenke, dass ich den ganzen Tag von den Zwergen umgeben bin. Daher freu ich mich immer Artikel dazu zu lesen, die auch meine Meinung widerspiegeln. Heute habe ich einen Artikel im Standard zur Kinderfreundlichkeit Österreichs genossen. Ich war grade am Spielplatz. Unsere neue Familienministerin Sophie Karmasin beklagt die Kinderlosigkeit der ÖsterreicherInnen, und erkennt sofort, dass es nicht am Geld, sondern am generell kinderfeindlichen Klima liege (wie etwa, keine Betreuungsplätze, schlechte Aufstiegschancen für Mütter, …)

Unsere Familienministerien Sophie Karmasin (© Karmasin Gruppe)

Unsere Familienministerien Sophie Karmasin (© Karmasin Gruppe)

Also das unterschreibe ich ja gerne ales, vor allem weil eindeutig gesagt wird, es liege eben nicht am Geld (die Transferleistungen – und darüber will ich mich gar nicht aufregen – für Kinder sind irre hoch im europäischen Vergleich). Und welche Maßnahmen schlägt die Frau Minister also sofort vor? Die weitere Anhebung der Familienbeihilfe! Echt jetzt? Gut sie verlangt auch mehr Kindergartenplätze, aber wir sind in Österreich und der Kindergarten ist praktisch vollständig Sache der Länder.

Noch mehr Gedanken

Was diesem Land wirklich fehlt, wird natürlich wieder ausgeklammert. In Österreich nutzen nur etwa 5-10% der Väter die Möglichkeit der Karenz, und die, die das in Anspruch nehmen, bleiben im überwiegenden Teil nur einige Alibi-Monate daheim, damit sie sich danach brüsten können welch liberaler Vorzeigepapa sie doch sind. Wenn ich anderen Menschen von meinen eigenen Erfahrungen zu Hause erzähle bekomme ich immer wieder zu hören, wie toll das doch sei, was für eine grandiose Leistung. Das ist eigentlich unerträglich. Es ist nicht sensationell sich die Erziehungszeit mit seinem Partner zu teilen. Das ist/muss selbstverständlich sein. Hier muss etwas getan werden. Sie wollen Kindergeld? Dann nur, wenn beide Elternteile gleich lang (+/- 20% zu Hause bleiben). Firmen sollten sämtliche öffentliche Aufträge verlieren (und/oder scherzhafte Strafen kassieren), wenn sie nicht gewährleisten, dass jeder Mitarbeiter ein Jahr/Kind zu Hause bleiben kann.

Ich nehme an, die Anzahl der Kinder würde nicht sprunghaft steigen, allerdings stiege das Bewusstsein für Kinder und auf die lange Sicht könnte Österreich wieder kinderfreundlich sein.

ESC

Jetzt aber noch schnell drei Beiträge, die sich nicht qualifizieren müssen, da sie bereits gesetzt sind. Ich spreche von den drei noch nicht gezeigten Big Five (E, I, D, F, GB)

Für Frankreich tritt heuer Twin Twin an. Die Franzosen sind bekannt sich wenig um Mainstream zu scheren. In den letzten waren sie daher nie sonderlich erfolgreich. Auch heuer bleiben sie dem französischen treu und der Titel Moustache und das dazugehörige Lied wirken zwar witzig (und meine Tochter wird es wegen des Barts mögen), aber ich wage zu bezweifeln, dass das Lied der Renner wird:

So treten die Franzosen auf (oder zumindest unter diesem Logo).

So treten die Franzosen auf (oder zumindest unter diesem Logo).

Großbritannien hat es in den letzten Jahren mit alternden Stars versucht (Engelbert, Bonnie Tyler). Heuer schicken sie Molly (aber nicht Weasley), die weit jünger ist. Mit Children Of The Universe versucht man es mit einer Rockballade bei der besagte Molly sich gesanglich an Sheryl Crow versucht (mit Betonung auf versucht). Wen sie den Auftritt so macht, wie d unten gezeigt, merkt sich keiner, worum es da gegangen ist:

Spanien schickt Ruth Lorenzo, die eine angenehme Stimme hat und mit der angenehmen Ballade Dancing in the Rain eine angenehme Darbietung abliefert. Dass sie damit niemandem Weh tut, kann aber auch ein Nachteil sein. Trotzdem, meiner Meinung nach das mit Abstand beste Big Five Lied heuer. Und ja diese Lieder hören wir alle sowieso im Finale: