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Heute fange ich einmal mit einem Video bzw. Lied an. Als ich nach meinem letzten Beitrag noch ein wenig durch Youtube gepilgert bin, konnte ich auch folgenden Beitrag finden:

Bevor ihr diesen Blog jetzt wegklickt solltet ihr wissen, dass es am Ende wieder ein Quiz mit fantastischem Preis gibt!

Politische Korrektheit

Wenn man ein wenig durch die Kommentare zu dem Lied streift, kann man dort eine interessante Diskussion verfolgen. Sie herrscht zwischen drei Menschengruppen:

  1. Die politisch Korrekten: Diese Leute werden ganz wahnsinnig ob der Bezeichnung Schwarzer Zigeuner
  2. Die rechten Recken: Diese Leute werden ganz wahnsinnig, dass man den folkloristischen Begriff Zigeuner abschaffen will
  3. Die Verklärten: Diese Leute werden ganz wahnsinnig, weil die zwei oberen nicht die Schönheit und Genialität des Liedes genießen können.

Jetzt muss ich sagen, es ist sicher nicht das beste Lied des Schweizer Kochs, aber auch nicht schlecht, somit gehöre ich vielleicht irgendwie in die dritte Gruppe. Ich will mich in weiterer Folge aber natürlich um die ersten beiden Gruppen kümmern.

Der unvergessene Vico Torriani mit Gitarre und Schmalzlocke (von der Seite http://mikiwiki.org/)

Der unvergessene Vico Torriani mit Gitarre und Schmalzlocke (von der Seite http://mikiwiki.org/)

Vor allem in Deutschland gibt es seit geraumer Zeit eine Diskussion über korrekte Sprache. So werden aus alten Kinderbüchern, die noch immer in Gebrauch sind fremdenfeindliche oder sexistische Ausdrücke entfernt. Dabei gilt es natürlich eine gewisse Gratwanderung einzuhalten, denn oft sind solche Ausdrücke explizit erwünscht. So kann ich aus den Werken Mark Twains nicht das Wort Nigger entfernen, da sonst der Sinn verloren geht. Immerhin geht es hier um die Diskriminierung eines Afroamerikaners. Andererseits hat zum Beispiel Astrid Lindgren noch zu Lebzeiten verfügt, dass Pippi Langstrumpfs Vater nicht mehr Negerkönig sein solle.

Grundsätzlich ist das eine sehr vernünftige Einstellung an die Sache heran zu gehen. Es macht einerseits Sinn, die Diskriminierungen der Vergangenheit aufzuzeigen und zu thematisieren aber andererseits Alltagsrassismen so weit wie möglich einzudämmen, quasi ein guter Mittelweg zwischen Gruppen 1 und 2.

Anschaulichkeit

Das ist alles sehr akademisch, ich versuche es hier mit einem Beispiel zu illustrieren. Wir alle kennen den Herrn Mölzer (ich werde hier sicher kein Bild von ihm publizieren). Der meint ja, es sei in Ordnung Neger zu sagen, weil es ein gutes deutsches (oder teutsches) Wort sei. Jetzt kann ich wenig mit dem Wort anfangen, aber mit Zigeuner kenne ich mich etwas aus. Was meint der Herr Mölzer, wenn er „Zigeuner“ sagt? Er sagt damit „diebisches, arbeitsscheues Gesindel, das Brunnen vergiftet und Kinder stiehlt“ (oder so ähnlich). Keine freundliche Sache so etwas zu sagen, oder? Grund genug dieses Wort zu verbannen. Wobei das bezüglich des Herrn Mölzer sowieso egal ist, weil wenn der „Roma oder Sinti“ sagt meint er auch „diebisches, arbeitsscheues Gesindel, das Brunnen vergiftet und Kinder stiehlt“.

Bei mir ist das etwas anders. Ich konnotiere (sollte einer meiner Schüler tatsächlich bis hierher gelesen haben, kann ich nur sagen, schaut euch die Bedeutung dieses Wortes in der Wiki an) das Wort Zigeuner ganz anders. Meine Großmutter meinte oft, sie sei ein halber Zigeuner, weil ihr Vater Roma oder Sinti war (aber ich glaube nicht einmal meine Oma weiß zu welcher der Volksgruppen mein Urgroßvater zählte). Ich verbinde daher mit diesem Wort Zigeuner immer so etwas wie „unbändige Lebensfreude“. Und ich denke auch Vico Torriani will das in dem Lied oben zum Ausdruck bringen (hört euch einmal den Text an, es geht um Freude, obwohl es einem schlecht geht). Im Gegensatz zum Herrn Mölzer verwende ich das Wort Zigeuner aber nicht im Alltag, weil ich nicht will, dass Menschen diese negative Konnotation der rechten Recken in meine Worte legen. Wohl ein Dilemma.

Und zum Abschluss einmal keine Musik, aber dafür ein genialer Videoclip:

Und hier noch unser heutiges Quiz: Als Preis gibt es einen Deckelöffner, der mir in die Hände gefallen ist, und so ziemlich das praktischste ist, das ich in den letzten fünfeinhalb Minuten gesehen habe. Sollte der erste Antwortende einer meiner Schüler (ja ich meine auch Schülerinnen) sein, bekommt sie (ja ich meine auch er) zusätzlich ein Mitarbeitsplus.
Die Frage: Wenn wir hier schon so viel schwarz hatten, wäre interessant zu wissen, was denn das schwarze Gold ist?

Noch mehr schwarz. Die junge Christina Ricci als Wednesday Addams (aus der http://www.cosmopolitan.co.uk/)

Noch mehr schwarz. Die junge Christina Ricci als Wednesday Addams (aus der http://www.cosmopolitan.co.uk/)

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Der absolut beste Spruch, den ich zum ESC gehört/gelesen habe ist „The Wiener takes it all.“ und schau an, wir haben sie alle genommen. Conchitas Auftritt war sehr gut, die Marketingmaschinerie hinter ihrem Auftritt genial und die hysterischen Hater, Homophoben und Sexisten haben das ihre zum Erfolg beigetragen.

Erfolgsprinzip

Ich hoffe, das hört sich nicht so an, als würde ich den Erfolg allein auf das Auftreten zurück führen. Sicher das hat den Ausschlag gegeben um aus einem Top 10 Lied den ersten Platz zu machen, aber gesanglich war das Lied sicher eines der Besten, und auch wenn ich kein großer Fan dieser James Bond Titellieder bin, hat es natürlich schon was, und uch hier hat man sich keinen Patzer erlaubt. Das Gesamtkunstwerk war also durchaus siegertauglich. Heuer war insgesamt das Feld sehr gut, kaum peinliche Beiträge, was den Sieg noch einmal erstaunlicher und toller macht.

Meine Interpretation des Spruchs, KO ich bin kein Künstler was Bildbearbeitung betrifft, aber das ist mir Wurst.

Meine Interpretation des Spruchs, OK ich bin kein Künstler was Bildbearbeitung betrifft, aber das ist mir Wurst.

Meine Kinder sind im übrigen auch sehr begeistert und Sarah meinte, sie wolle auch einmal beim Song Contest teilnehmen (wenn sie sich traut). Da sieht man, was die Wurst alles erreicht.

Machismus und Sexismus

Auf jeden Fall wurde Sexismus und Machismus eine Absage erteilt. Der polnische Beitrag war trotz Softporno nur im Mittelfeld. Auch praktisch alle Osteuropäischen Länder gaben Österreich Punkte (5 Punkte aus Russland – Take this Vladimir). Wir hätten von vielen Ländern noch mehr Punkte erhalten, wenn die Juries der Länder den Beitrag nicht runter gevotet hätten. So hatte Österreich in Rußland Platz 3 nach dem Televoting, die Jury setzte uns auf Rang 11 (insgesamt 6.) Besonders bezeichnend Deutschland: Beim Publikum war Conchita 1. Die Jury hat uns auf Platz 11 gesetzt. Die Polinnen mit den Eindeutigkeiten wurden hier durch die Jury bestätigt, auch von Sängerinnen, die nicht so aussehen, als würden sie sonst für diese Art von Frauenbild stehen. Das Sido solche Art von Menschenverständnis (und Musikverständnis) hat, war sowieso klar.

Jetzt hab ich da sogar noch ein wenig Gesellschaftskritik raus geholt und beschließe mit Conchita. Bitte beachtet, dass das Publikum mitsingt, und das war der erste Auftritt (also nicht der zweite, als sie gewonnen hatte):

Ich kaufe mir immer den Augustin. Unser Verkäufer ist ein sehr netter Herr (ich glaube als wir das erste mal mit ihm gesprochen haben meinte er, er sei aus Gabun, aber sicher weiß ich das jetzt nicht) mit dem ich immer wieder plaudere. Letztens meinte er, er hätte von heute auf morgen seinen Mini-Job als Abwäscher in einem Gasthaus verloren. An und für sich ist das jetzt noch keiner Erwähnung hier wert, aber das genaue Ausmaß der prekären Beschäftigungen zeigte der Gustl aus der letzten Augustin-Ausgabe, den ich Euch hier eingescannt habe:

Das Prekariat und wir (copyright Augustin)

Das Prekariat und wir (copyright Augustin)

Arbeit – aber richtig

Warum gibt es immer häufiger Leiharbeit, oder Werkverträge? Sollte es nicht im Sinne der gesamten Gesellschaft (auch der Firmen) sein, dass man von seiner Arbeit leben kann? Ist es weniger wichtig, dass die Bank geputzt wird, als zu entscheiden, wo das Geld der Anleger investiert wird? Würde denn jemand mit einer Bank Geschäfte machen, wenn die dreckig und unaufgeräumt wäre, mit Fenstern, die nie geputzt werden? Wohl kaum. Trotzdem sind die Menschen, die diese Tätigkeiten verrichten oft so schlecht bezahlt, dass sie zwei oder drei solcher Jobs brauchen, teilweise 60-70 Stunden arbeiten müssen. Und wofür? Für einen Lohn der gerade zum Überleben reicht. Solche Menschen können nicht investieren, und meist auch nicht konsumieren (was die meisten Firmen aber benötigen), vielleicht sollte man sich solche Dinge durch den Kopf gehen lassen, bevor man Manpower beauftragt für kurze Zeit möglichst billige Lagerarbeiter zu bekommen.

Wir sind ja noch nicht so weit bei CenterCats andere Menschen anzustellen, allerdings arbeiten wir gerade an einer Firmenleitlinie. Neben dem obligatorischen lokalen Schwerpunkt haben wir auch beschlossen soziale Verantwortung zu übernehmen, sollten wir je in die Lage versetzt werden auch tatsächlich für Menschen verantwortlich zu sein, die bei uns arbeiten.

Noch Videos

Hier noch drei Songs. Beginnen wir mit Birgit aus Estland. Ein kleiner Schlager, der recht lieb ist, genau wie die Sängerin. Vor 20 Jahren wäre das – meiner Meinung nach – durchaus weit vorne zu finden gewesen. Heute wahrscheinlich eher nicht einmal im Finale:

Das Skandalland jedes Jahr ist Weißrussland. Auch heuer wurde der Beitrag wieder zurückgezogen und durch die oberste Politführung ein anderer bestimmt. Gesungen wird er von Alyona Lanskaya. Immerhin heißt der Song nicht „I love Belarus“ obwohl ich nicht so genau weiß was Solayoh heißen soll.

Mir ist aufgefallen, dass ich das Gastgeberland bisher vollends ignoriert habe. Liegt vielleicht daran, dass ich den Song von Robin Stjernberg als wirklich schlecht empfunden habe. Ein kurzer geschichtlicher Einschub. Als Mann hat er sehr geringe Chancen zu gewinnen. Etwa 13 männliche Sieger stehen etwa 15 gewinnenden Gruppen und beinahe 40 gewinnenden Frauen gegenüber. Und 13 der Männer waren zweimal Johnny Logan.

Zoozäune zu zurren

Januar 1, 2013

Heute ist 1. Jänner und die Welt steht trotzdem noch. Obgleich wir gestern Besuch hatten, der über Nacht blieb, weshalb ich mit irgendwelchen Kindern vier Stunden schlafen durfte (Phili war der Meinung, dass man zu Neujahr schon um halb 9 auf sein muss, und in der Nacht ist er schlafend auch auf und ab gelaufen).

Impotenz

Tja und hier gleich ein Thema, das aufschrecken soll. Gerade, habe ich einen Kommentar gelesen, in dem erklärt wurde enge Jeans machen impotent. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ernst dieses Statement gemeint war (und ich hoffe wir sind uns an dieser Stelle alle einig, dass das Statement natürlich unwahr ist), aber immerhin ist es ein Aufreger. Noch dazu, wo es gemeinsam mit der Aussage kommt, dass ja unsere Geburtenzahlen in den letzten 40 Jahren so drastisch gesunken sind, seitdem diese Hosen bei uns auf dem Markt sind.

Ist das der Untergang der westlichen Zivilisation? (copyright geht an http://www.theglamourai.com aus deren Blog dieses Bild ist)

Ist das der Untergang der westlichen Zivilisation? (copyright geht an http://www.theglamourai.com aus deren Blog dieses Bild ist)

Also sprechen wir doch über Geburtenrückgang. Ist es positiv, oder negativ, dass in Europa die Geburten so stark zurück gehen? Es gibt dazu ja auch sehr unterschiedliche Weltanschauungen, vor allem völkische Protagonisten sprechen ja gerne von Dingen wie Umvolkung und einer Minderheitenbildung im eigenen Land. Ist das so?

Ich gebe zu, auch ich, als linkslinker Gutmensch eher nicht in Verdacht solche Standpunkte einzunehmen, ärgere mich manchmal über Situationen, die durch die Migration in den letzten 40 Jahren erzeugt wurden. Etwa über Menschen, die kein Wort Deutsch können, obwohl sie bereits seit Jahren in Wien wohnen. Frauen die in Vollschleiern durch die Gassen laufen (wohlgemerkt muss ich sagen, dass mich Kopftücher an sich nicht sehr ärgern, in der Gegend, aus der meine Frau herkommt, rennen die alten Frauen auch alle im Kopftuch rum, und das sind alles fromme Katholikinnen).

Andererseits gibt es natürlich auch Vorteile durch diese Öffnung. Als ich ein Kind war gab es neben normalen Wirtshäusern bestenfalls eine Pizzeria. Heute reicht das Angebot von japanisch über kantonesisch nach indisch, persisch, arabisch, türkisch, griechisch bis marokkanisch. Die meisten dieser Restaurants durch Einwanderer aus den entsprechenden Regionen. Außerdem gibt es wieder Greißler und Bäcker, und die haben auch noch am Wochenende und bis spät abends offen. Für jemanden mit drei Kindern kann das schon ganz wichtig sein, vor allem, wenn er um 20.30 feststellt, dass die Milch für den abendlichen Kakao bereits den Weg allen weltlichen gegangen ist.

Oder ist dieser Modetrend unsere Rettung? (so gesehen in der FB-Gruppe baggy Jeans http://www.facebook.com/baggy.jeans?fref=ts)

Oder ist dieser Modetrend unsere Rettung? (so gesehen in der FB-Gruppe baggy Jeans http://www.facebook.com/baggy.jeans?fref=ts)

Integration oder nicht Integration

Letztens hatte ich ein Gespräch genau darüber, wo man mir vor allem die nicht funktionierenden Sprachkenntnisse und die Bildung von Parallelgesellschaften als besonders unangenehme Auswirkung der Migration hinwarf.

Ich habe mich dann kurz zurückgelehnt und versucht die Geschichte Wiens und Österreichs an meinem inneren Auge passieren lassen. Wien erlebte schon einmal eine riesige Einwanderungswelle. Und zwar Ende des 19. Jahrhunderts als vor allem Tschechen, Slowaken und Ungarn in die Hauptstadt des k. und k. Weltreichs strömten. Typisch österreichische Namen wir Horky, Horvath, Novotny oder Konecny sprechen noch heute von dieser Zeit. Da wo ich gerade wohne wurde eigentlich ausschließlich Tschechisch gesprochen. Trotzdem würde mir heute niemand in Wien einfallen, der noch Tschechisch oder Ungarisch spricht (mit Ausnahme derer, die durch die EU-Erweiterung als Fachkräfte gekommen sind).

Demzufolge sehe ich auch die beiden letzten Einwanderungswellen aus Jugoslawien (damals noch nicht Ex-) und der Türkei nicht so tragisch. Noch dazu wird heute viel mehr in Integration investiert, als vor 150 Jahren, wieso sollten diese Einwanderer also nicht in die Bevölkerung eingehen, wie die Horkys? In 100 Jahren werden Nachnamen wie Milosevic oder Öczer ganz normale Wiener Namen sein, und diese Leute werden sich über Einwandererscharen aus Afrika oder Asien echauffieren.

Was bleibt?

Stellt sich natürlich die Frage, werden diese neuen Kulturen verschwinden? Natürlich nicht! Integration großer Bevölkerungsgruppen bedeutet auch immer, dass sich die ursprüngliche Bevölkerung ein wenig in die andere Richtung bewegt. Die österreichische Sprache und Kultur ist voll mit „importierten“ Eigenheiten aus dem Ungarischen, Tschechischen und Jiddischen. Speisen wie Krautfleisch oder Palatschinken sind von damals geblieben, genauso wie die Worte Zwetschke, Schwager oder Schlitzohr.

So wird es dann eben in 100 Jahren Döner und vielleicht das Opferfest flächendeckend geben, na ich denke es könnte schlimmer kommen.

Musik zum Jahreswechsel

Ich hab mir überlegt das Naujahrskonzert zu nehmen, aber irgendwie wäre das nicht ich, daher hier ein Jahreswechsellied von jemand anderem:

Und noch ein anderes, eigentlich ein Christkindlied, aber was solls:

Über den Stellenwert der Frau in der FPÖ habe ich hier schon einmal geschrieben. Jetzt hat irgendeine FPÖ-Abgeordnete in Amstetten gefordert die 16.000 Euro Förderung für das Amstettner Frauenhaus zu streichen – ich zitiere jetzt aus ihrem Blog-Eintrag – „Mitt­ler­weile sind Frau­en­häu­ser an der nach­hal­ti­gen Zer­stö­rung von Ehen und Part­ner­schaf­ten maß­geb­lich betei­ligt!“

Frauenhäuser

Grundsätzlich muss ich da nichts mehr über die Dame sagen, die ich namentlich nicht erwähnen werde, weil ich diese Publicity nicht weitergeben will. Aber ich will über Frauenhäuser sprechen. Was machen die? Warum gibt es sie? Wieso sollen wir dafür Geld ausgeben?

Hier das Logo der autonomen Frauenhäuser

Hier habe ich als erstes einen kurzen Blog zu weltweiten Statistiken. Besonders interessant finde ich, dass 70% aller Morde an Frauen von deren Partner begangen werden. Für Frauen zwischen 16 und 44 ist häusliche Gewalt die häufigste Ursache für Tod und Gesundheitsschädigung noch vor Krebs und Verkehrsunfällen. Ich denke alleine diese beiden Zahlen sagen schon einiges.

Für Österreich ist es nie so einfach gutes Zahlenmaterial zu erhaschen, hier deshalb zuerst ein Blogbeitrag zu Deutschland. Zu Österreich habe ich diesen schon etwas angestaubten Artikel, der von den Kriminalkstatistiken auf die häusliche Gewalt rückschließt.

Aus beiden Beiträgen erkennt man, dass Österreich/Deutschland im Vergleich zum Rest der Welt Insel der Seligen sind, dennoch werden etwa 20-25% zumindest einmal im Leben Opfer von häuslicher Gewalt. Jährlich fallen in Österreich da etwa 7000 angezeigte Delikte darunter (man kann davon ausgehen, dass es insgesamt um einiges mehr sind).

Laut der Statistik der Frauenhäuser aus dem Jahr 2010 wurden etwa 1800 Frauen betreut und nochmal so viele Kinder. Es gibt hier also eine gewisse Diskrepanz zwischen Anzeigen und tatsächlich betreuten Frauen von etwa 5000. Es ist also irgendwie logisch, dass das Frauenhaus in Amstetten ständig ausgelastet ist. Die FPÖ sollte sich diese Statistiken einmal ansehen, aber das würde ja nicht in ihr Weltbild passen. Zu empfehlen ist an dieser Stelle noch der Tätigkeitsbericht des Frauenhauses Amstetten. Hier kommen auch ehemals betreute Frauen zu Wort. Ich will hier nur das Zitat einer Frau bringen, da es sehr deutlich die Lebenssituation von vielen Frauen darstellt. Diese muss nicht einmal mit physischer Gewalt zu tun haben, sondern ist oft auf psychischem Wege und daher noch viel schwieriger zu entdecken:

„Vor dem Frauenhaus war ich ein Mensch, der nicht gewusst hat, dass Leute leben können. Was ist ein schönes Leben, Freundinnen haben, Spaß haben, ich war 5 ‐ 6 Jahre nur in einer Wohnung. Ich konnte nur Einkaufen gehen. Hier habe ich gelernt, wie ich Spaß haben kann und wie es ist, Freundinnen zu haben, spazieren zu gehen.“

Geschichten

Jetzt zu etwas kurzem anderen. Da ja einige Leute diese Artikel lesen, die auch ab und an Geschichten schreiben, habe ich hier noch den Link zu einem Verlag und dessen Ausschreibungen, der bis Ende des Monats noch Geschichten über Krieger sucht. Vielleicht habt Ihr ja Interesse. Das ganze ist ziemlich versteckt, weshalb ich hier mal Werbung dafür mache, schon allein deshalb, weil man dort nicht gezwungen wird seine eigenen Bücher zu kaufen, sondern vielmehr einen Anteil am Gewinn versprochen bekommt.

Diesen Krieger hab ich zur Einstimmung von dieser Site: http://final-fantasy-heart.de.tl/Cosmos-h–Krieger.htm (ich muss dazu sagen ich bin ein großer Final Fantasy Fan)

Und hier noch zwei starke Frauen im Video:

Heute nur einige Kleinigkeiten, die mir so auffallen, wenn ich durch die Welt gehe:

Vereinigte Arabische Emirate

Derzeit hängt überall Werbung der Fluglinie Emirates in Wien, die seit neuestem Flüge ins Reich der Mitte (ich meine China) anbietet. Hier die Werbung. Mit meinem eigenen Telefon aufgenommen, daher wundert Euch nicht über die schlechte Bildqualität:

Platz des Himmlischen Friedens

Werbung von Emirates für China-Reisen

Was wollen sie uns damit sagen? Buchen sie nur den Hinflug wir sorgen dann für ihren himmlischen Frieden? Haben die Marketing Menschen schon vergessen was damals am Tian’anmen Platz passierte? 1989 wurde die Demokratiebewegung in China brutal niedergeschlagen mit dem Platz des Himmlischen Friedens als Symbol dafür. An dieser Stelle ein ganz berühmtes Foto aus diesem Aufstand:

Tank Man - ein Mann gegen Panzer

Es bedarf großen Mutes, sich auf diese Art gegen ein Regime zu stellen.

Arabischer Frühling

Aber vielleicht ist es nur ein zynischer Hinweis darauf, wie die arabischen Staaten mit der eigenen Demokratiebewegung umgehen, wenn diese zu nah an sie herankommt (siehe Bahrain).

Eigene Sache

An dieser Stelle noch ein kurzer Hinweis zu einem anderen, weit interessanteren Blog als dem Meinen. Es handelt sich dabei um Tamaras verrückte Welt, die in Bildern ihre Welt beschreibt. Sie freut sich auch über Eure Kommentare.

Zum Abschluss zwei wundervolle Musiktitel, die Tamaras Welt auch beschreiben könnten (beim zweiten Song müsst ihr natürlich auf den Text achten, nicht nur auf die Bilder):

Eurovision 2012 in Baku – das Logo

Die Lieder des zweiten Semifinales sind gesungen, was bleibt davon? Vom ersten Eindruck her, war es heute sehr viel besser als vor zwei Tagen. Die Perfomances waren weniger schrill, dafür konnten beinahe alle Interpreten ihre Stimmen mit der Musik in Einklang bringen, als einzige Ausnahme möchte ich an dieser Stelle den norwegischen Beitrag nennen, der sich dem melodiösen Gehör versuchte zu entziehen. Hier auch gleich dieser Beitrag:

Boykott des Contests

Interessant ist ja auch, wie die Welt mit Aserbeidschan und dem Song Contest umgeht. So habe ich auf Facebook eine Seite gefunden, die sich um einen Boykott des ESC dreht. Interessanterweise stört es die Gruppengründer, dass in Aserbeidschan Straßenhunde getötet wurden, damit der ESC hübscher wird.

Tja so Hunde sind arm, das gebe ich zu, aber vielleicht sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Aserbeidschan eigentlich nur eine Pseudodemokratie unter dem „Präsidenten“ Ilham Alijew ist. Die Opposition wird seit Jahren unterdrückt und vor dem Song Contest wurden Häuser zerstört und etwa 60.000 Menschen vertrieben, um Platz für den ESC zu schaffen.

Ich denke, das wären weit bessere Gründe zum Boykottaufruf gewesen, aber was weiß denn schon der kleine Rene.

The Show must go on

Nach diesen moralischen Worten muss ich sagen, dass dieser norwegische Beitrag von oben tatsächlich ins Finale gekommen ist, während wirklich gute Beiträge, allen voran der slowenische Song (mein liebstes Lied in diesem Semifinale), kläglich scheiterten.

Um noch ein etwas besseres Lied zu hören, habe ich hier noch den Top-Favoriten des ESC, nämlich Schweden (ja die haben es geschafft). Der Song ist eingängig, aber ich mag die Stimme von Loreen nicht sonderlich:

Wer ist weiter?

Die zehn Finalisten des zweiten Semifinales:
Norwegen Wie gesagt eigentlich eine Frechheit, dass die weiter sind.
Lithauen Blinde Liebe, Kein perfektes Lied aber durchaus charmant.
Estland Vielleicht ist das weiter, weil die Zuschauer meinten, dass auch das langweiligste Lied durch soll.
Bosnien nette Ballade
Serbien Die Serben machen immer mit ziemlich Erfolg auf Ethno, auch dieser Song ist sehr gut.
Ukraine Die Trompeten aus Kiew dürfen auch ins Finale.
Makedonien Der letzte Balkanbeitrag ist mir nicht in Erinnerung geblieben, kann also nicht so gut sein, ist aber wahrscheinlich auch nicht katastrophal.
Schweden Die Favoritin
Malta Diesmal ein ziemlich enttäuschendes Lied, aber der 08/15 Pop hat sich schon mit Rumänien und Island im ersten Semifinale durchgesetzt.
Türkei Die werden ziemlich hoch gelobt in der Community, ich finde aber die Stimme von Can Bonomo ziemlich schwächelnd. Und um das zu untermauern kommt dieser Beitrag auch noch:

Bis Samstag und viel Spass