Home

Zoozäune zu zurren

Januar 1, 2013

Heute ist 1. Jänner und die Welt steht trotzdem noch. Obgleich wir gestern Besuch hatten, der über Nacht blieb, weshalb ich mit irgendwelchen Kindern vier Stunden schlafen durfte (Phili war der Meinung, dass man zu Neujahr schon um halb 9 auf sein muss, und in der Nacht ist er schlafend auch auf und ab gelaufen).

Impotenz

Tja und hier gleich ein Thema, das aufschrecken soll. Gerade, habe ich einen Kommentar gelesen, in dem erklärt wurde enge Jeans machen impotent. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ernst dieses Statement gemeint war (und ich hoffe wir sind uns an dieser Stelle alle einig, dass das Statement natürlich unwahr ist), aber immerhin ist es ein Aufreger. Noch dazu, wo es gemeinsam mit der Aussage kommt, dass ja unsere Geburtenzahlen in den letzten 40 Jahren so drastisch gesunken sind, seitdem diese Hosen bei uns auf dem Markt sind.

Ist das der Untergang der westlichen Zivilisation? (copyright geht an http://www.theglamourai.com aus deren Blog dieses Bild ist)

Ist das der Untergang der westlichen Zivilisation? (copyright geht an http://www.theglamourai.com aus deren Blog dieses Bild ist)

Also sprechen wir doch über Geburtenrückgang. Ist es positiv, oder negativ, dass in Europa die Geburten so stark zurück gehen? Es gibt dazu ja auch sehr unterschiedliche Weltanschauungen, vor allem völkische Protagonisten sprechen ja gerne von Dingen wie Umvolkung und einer Minderheitenbildung im eigenen Land. Ist das so?

Ich gebe zu, auch ich, als linkslinker Gutmensch eher nicht in Verdacht solche Standpunkte einzunehmen, ärgere mich manchmal über Situationen, die durch die Migration in den letzten 40 Jahren erzeugt wurden. Etwa über Menschen, die kein Wort Deutsch können, obwohl sie bereits seit Jahren in Wien wohnen. Frauen die in Vollschleiern durch die Gassen laufen (wohlgemerkt muss ich sagen, dass mich Kopftücher an sich nicht sehr ärgern, in der Gegend, aus der meine Frau herkommt, rennen die alten Frauen auch alle im Kopftuch rum, und das sind alles fromme Katholikinnen).

Andererseits gibt es natürlich auch Vorteile durch diese Öffnung. Als ich ein Kind war gab es neben normalen Wirtshäusern bestenfalls eine Pizzeria. Heute reicht das Angebot von japanisch über kantonesisch nach indisch, persisch, arabisch, türkisch, griechisch bis marokkanisch. Die meisten dieser Restaurants durch Einwanderer aus den entsprechenden Regionen. Außerdem gibt es wieder Greißler und Bäcker, und die haben auch noch am Wochenende und bis spät abends offen. Für jemanden mit drei Kindern kann das schon ganz wichtig sein, vor allem, wenn er um 20.30 feststellt, dass die Milch für den abendlichen Kakao bereits den Weg allen weltlichen gegangen ist.

Oder ist dieser Modetrend unsere Rettung? (so gesehen in der FB-Gruppe baggy Jeans http://www.facebook.com/baggy.jeans?fref=ts)

Oder ist dieser Modetrend unsere Rettung? (so gesehen in der FB-Gruppe baggy Jeans http://www.facebook.com/baggy.jeans?fref=ts)

Integration oder nicht Integration

Letztens hatte ich ein Gespräch genau darüber, wo man mir vor allem die nicht funktionierenden Sprachkenntnisse und die Bildung von Parallelgesellschaften als besonders unangenehme Auswirkung der Migration hinwarf.

Ich habe mich dann kurz zurückgelehnt und versucht die Geschichte Wiens und Österreichs an meinem inneren Auge passieren lassen. Wien erlebte schon einmal eine riesige Einwanderungswelle. Und zwar Ende des 19. Jahrhunderts als vor allem Tschechen, Slowaken und Ungarn in die Hauptstadt des k. und k. Weltreichs strömten. Typisch österreichische Namen wir Horky, Horvath, Novotny oder Konecny sprechen noch heute von dieser Zeit. Da wo ich gerade wohne wurde eigentlich ausschließlich Tschechisch gesprochen. Trotzdem würde mir heute niemand in Wien einfallen, der noch Tschechisch oder Ungarisch spricht (mit Ausnahme derer, die durch die EU-Erweiterung als Fachkräfte gekommen sind).

Demzufolge sehe ich auch die beiden letzten Einwanderungswellen aus Jugoslawien (damals noch nicht Ex-) und der Türkei nicht so tragisch. Noch dazu wird heute viel mehr in Integration investiert, als vor 150 Jahren, wieso sollten diese Einwanderer also nicht in die Bevölkerung eingehen, wie die Horkys? In 100 Jahren werden Nachnamen wie Milosevic oder Öczer ganz normale Wiener Namen sein, und diese Leute werden sich über Einwandererscharen aus Afrika oder Asien echauffieren.

Was bleibt?

Stellt sich natürlich die Frage, werden diese neuen Kulturen verschwinden? Natürlich nicht! Integration großer Bevölkerungsgruppen bedeutet auch immer, dass sich die ursprüngliche Bevölkerung ein wenig in die andere Richtung bewegt. Die österreichische Sprache und Kultur ist voll mit „importierten“ Eigenheiten aus dem Ungarischen, Tschechischen und Jiddischen. Speisen wie Krautfleisch oder Palatschinken sind von damals geblieben, genauso wie die Worte Zwetschke, Schwager oder Schlitzohr.

So wird es dann eben in 100 Jahren Döner und vielleicht das Opferfest flächendeckend geben, na ich denke es könnte schlimmer kommen.

Musik zum Jahreswechsel

Ich hab mir überlegt das Naujahrskonzert zu nehmen, aber irgendwie wäre das nicht ich, daher hier ein Jahreswechsellied von jemand anderem:

Und noch ein anderes, eigentlich ein Christkindlied, aber was solls:

Advertisements