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Ich wollte den Beitrag letztens nicht zu lang machen, weshalb ich mir das auf einen zweiten kurzen Blog aufgehoben habe (der jetzt auch wieder lang geworden ist). Stört es Euch eigentlich auch, dass Wien und Niederösterreich bei der EM heuer vertreten sind, Österreich aber nicht? Ich meine in Großbritannien sind wir das ja gewohnt, dass die Bundesländer einzeln antreten, aber bei uns?

Hier ein Beweisfoto:

NÖ am Plakat und bei der Euro

Deutlich zu sehen, dass niederöserreichische Fans auch bei der Euro sind. Wien ist ja schon ausgeschieden. Das Bild zum Wiener Fan sagt mehr als 1000 Worte.

Beide Bundesländer sind schon draussen, da stelle ich mir die Frage, wäre es nicht besser gewesen Österreich als Ganzes zu schicken?

Vorratsdatenspeicherung

Ein Thema, das ich noch nie erwähnt habe ist die Vorratsdatenspeicherung. Mir ist eher Unwohl bei dem Gedanken daran, halte es aber ein wenig so, dass ich mir denke, niemand kann all diese Informationen jemals sinnvoll durchforsten, und wenn das der Behörde auch einleuchtet, wird dieselbe (nämlich die Vorratsdatenspeicherung) wohl wieder verschwinden.

Unlängst bekam ich wieder ein Pamphlet der FPÖ in die Hand (seltsamerweise an meine Frau adressiert, ich denke aber ich muss mir keine Sorgen machen). Dort wird ebenfalls ein Kreuzzug gegen die Datenspeicherung geführt (ein Teil des Artikels hab ich eingescannt und der ist hier zu lesen).

Unter anderem ist hier zu lesen, dass ein Mann eine höre Rate für die Lebensversicherung hat, die er abschließen musste, um seinen Kredit fürs Haus zu bekommen. Der erste Absatz endet mit der Frage, wie die Versicherungsanstalt an Alfred Ps. Diabetes-Diagnose kam, wenn nicht durch das Erwerben seiner Surf-Protokolle.

Hilfe für die F

Lieber FPÖ-Redakteur, ich weiß natürlich, dass Euer gesamter Führungsstab aus gutem Grund nicht kreditwürdig ist, dennoch tätet ihr gut daran zu überprüfen, wie so ein Kredit abläuft.

1. Die Bank will sicher gehen, dass der Kredit bezahlt wird, selbst wenn der Kreditnehmer abnippelt. Daher zwingt er den kleinen Häuslbauer (oder so wie mich Kreditaufnehmer für den Genossenschaftsanteil an meiner Wohnung) eine Lebensversicherung abzuschließen.

2. Das ist eine private Versicherung und daher auch Teil unseres Marktwirtschaftlichen Lebens. Die Versicherung muss sich also versichern, dass sie tatsächlich durch ihre Versicherungen mehr verdient als verliert. Das ist reine Mathematik auch genannt Versicherungsstatistik. Wenn 100 Menschen versichert sind, werden etwa 5 die Versicherungsleistung beanspruchen, d.h. die Versicherung wird versuchen mit den 95 anderen genug Geld zu verdienen, dass die 5 Betroffenen nicht ein zu großes Loch ins Budget reissen. (OK, das war sehr simplizistisch, aber ich denke so versteht ihr es)

3. Wenn diese einer der 100 Leute an einer chronischen Krankheit leidet (z.B. Diabetes) dann ist sein Ausfallrisiko viel höher, d.h. die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass er für die Versicherung einen Verlust erwirtschaftet. (das ist wissenschaftlich bewiesen, im Gegensatz zu Politikern hören Versicherungen auf wissenschaftliche Erkenntnisse). Deshalb muss der Versicherungsnehmer vor der Unterzeichnung einen Fragebogen ausfüllen, wo er seine Krankheiten bekannt gibt. Danach werden dann die Prämien errechnet. Höheres Sterberisiko bedeutet daher höhere Versicherungsprämien. (das Sterberisiko ist im übrigen bei Männern größer als bei Frauen, das ist auch der Grund, warum ich im Jahr etwa 5 Euro mehr für meine Lebensversicherung zahlen muss als meine Frau, und das obwohl sie ein wenig älter ist).

4. Versicherungen sind misstrauisch, denn allzu oft geben Menschen nicht an, dass sie Rauchen, oder eine chronische Krankheit haben. Daher muss der Versicherungsnehmer am Formular auch seinen Hausarzt nennen, bei dem die Versicherung nach diesen gesundheitlichen Daten nachfragen darf. Dieser ist dann von seiner Schweigepflicht entbunden und muss Auskunft geben.

Genau so ist die Versicherung an die Diabetes Daten gekommen. Und nicht weil sie einen Hacker bezahlen, der die Internet-sites des Herrn Alfred ausspioniert. Das wäre für die Versicherung sowieso viel zu unsicher, er könnte sich das ja auch ansehen, weil seine Mutter oder der Stiefvater erkrankt sind, und er den beiden älteren Menschen helfen will. Das oben beschriebene Prinzip funktionierte im übrigen schon, als es noch kein Internet gab. Nachzulesen ist das auch hier.

Donauinsel

Morgen beginnt das Donauinselfest. Dort werden wieder viele Menschen sein (Schätrzungen sprechen von 3 Mio. Menschen). Und als Abschluss habe ich deshalb zwei Videos, das erste um ein bissl zu zeigen wies dort zu geht, das zweite zeigt ein Video von einer mittlerweile recht alten Dame, die von Radio Wien grade rauf und runter beworben wird, dass sie am Fest ist. Die Jungen unter uns, kennen sie vielleicht nicht, aber Leute in meinem Alter sollten schon was mit ihr anfangen können:

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Heute nur einige Kleinigkeiten, die mir so auffallen, wenn ich durch die Welt gehe:

Vereinigte Arabische Emirate

Derzeit hängt überall Werbung der Fluglinie Emirates in Wien, die seit neuestem Flüge ins Reich der Mitte (ich meine China) anbietet. Hier die Werbung. Mit meinem eigenen Telefon aufgenommen, daher wundert Euch nicht über die schlechte Bildqualität:

Platz des Himmlischen Friedens

Werbung von Emirates für China-Reisen

Was wollen sie uns damit sagen? Buchen sie nur den Hinflug wir sorgen dann für ihren himmlischen Frieden? Haben die Marketing Menschen schon vergessen was damals am Tian’anmen Platz passierte? 1989 wurde die Demokratiebewegung in China brutal niedergeschlagen mit dem Platz des Himmlischen Friedens als Symbol dafür. An dieser Stelle ein ganz berühmtes Foto aus diesem Aufstand:

Tank Man - ein Mann gegen Panzer

Es bedarf großen Mutes, sich auf diese Art gegen ein Regime zu stellen.

Arabischer Frühling

Aber vielleicht ist es nur ein zynischer Hinweis darauf, wie die arabischen Staaten mit der eigenen Demokratiebewegung umgehen, wenn diese zu nah an sie herankommt (siehe Bahrain).

Eigene Sache

An dieser Stelle noch ein kurzer Hinweis zu einem anderen, weit interessanteren Blog als dem Meinen. Es handelt sich dabei um Tamaras verrückte Welt, die in Bildern ihre Welt beschreibt. Sie freut sich auch über Eure Kommentare.

Zum Abschluss zwei wundervolle Musiktitel, die Tamaras Welt auch beschreiben könnten (beim zweiten Song müsst ihr natürlich auf den Text achten, nicht nur auf die Bilder):

Vielleicht habe ich ab und an auch unrecht. Zumindest denke ich mir das manchmal, wenn ich mich selbst kritisch hinterfrage. Natürlich erkenne ich dann bald, dass ich sehr wohl Recht habe. Meist habe ich aber zumindest eine Aussage noch einmal analysiert.

Derzeit versucht die Welt meine vorgefertigten Meinungen aber doch durcheinander zu bringen. Schuld daran ist Sebastian Kurz. Den kennen Sie sicher. Ein schwarzes Protektionskind, dass es noch vor Abschluss des Studiums ins Staatssekretariat für Integration geschwemmt hat.

Den jungen Mann kann ich nicht leiden, weil er viel jünger ist als ich, und trotzdem schon so viel geschafft hat (ja das ist purer Neid), aber auch wegen seiner lächerlichen Geilomobil Werbung im Wahlkampf zur Gemeinderatswahl in Wien. Hier auch das Bild vom Geilomobil:

Geilomobil (copyright JVP Wien)

Geilomobil (copyright JVP Wien)

Zu Kurz gekommen

Aber irgendwie finde ich seltsam, dass sich der Herr Kurz vollkommen anders verhält, als ich befürchtet habe.

Eine seiner ersten Forderungen waren ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr (für alle, nicht nur für die Tschuschen und Kanaken wie das die FPÖ so gerne sagen täte). Das entspricht genau dem, was ich denke, dass einer besseren Bildung/Integration/Chancenglkeichheit in Österreich helfen würde.

Ja, die Familie ist das wichtigste für Kinder um voran zu kommen, aber was, wenn man nicht, wie meine Tochter, Eltern hat, die beim Referat helfen und beim Lehrer wegen der Legasthenie intervenieren? Das passiert vorwiegend Menschen aus „bildungsfernen“ Schichten, und da wieder häufig Migranten. Mehr Kindergarten und Ganztagsschule heißt auch, mehr öffentliche Betreuung im Bildungsbereich für solche Kinder.

Noch mehr Kurz

Weiters versucht er über Positivbeispiele Motivation zu stiften. Ich bin zwar kein großer Fan von diesem „Leistung ist alles“, das in der ÖVP so rumrennt, aber es ist trotzdem OK mit Menschen hausieren zu gehen, die zeigen, dass man es schaffen kann, auch wenn die Statistiken gegen einen sind. Auch die leichtere Anrechnung von Universitäten und Schulen aus dem Ausland sind wichtige Maßnahmen, das ausgebildete Ärzte nicht als Taxifahrer enden. Der gesamte Maßnahmenkatalog ist hier nachzulesen.

Demokratie

Besonders interessant finde ich allerdings die Diskussion die durch Kurz im Bezug auf direkte Demokratie angeregt wurde. Seine Vorschläge (unter anderem, dass 650.000 Unterschriften bei einem Volksbegehren eine Volksbefragung nach sich ziehen) sind meiner Meinung nach ein sehr interessant. Kurz erklärt auch in allen Interviews dazu, dass Menschenrechte, EU-Recht und Völkerrecht ausgeschlossen sein müssen, was auch meiner Meinung entspricht. Wir können nicht eine Mehrheit über Minderheiten abstimmen lassen. Dinge wie die Todesstrafe sowieso nicht.

Alle anderen Themen sollten allerdings kein Tabu sein. Viele Menschen befürchten jetzt, dass das zu einer richtigen Flut an Volksabstimmungen führen könnte, aber wir sollten doch die Relationen wahren. Seit 1964 haben diese Hürde gerade einmal sieben Volksbegehren geschafft. Die meisten davon mit massiver Unterstützung unterschiedlicher Parteien. Also selbst, wenn diese Form der direkten Demokratie kommt, wird die Zahl der Volksabstimmungen doch eher überschaubar bleiben.

Sehr bezeugend finde ich auch von Prof. Mayer in dem Streitgespräch, dass ich an oberer Stelle verlinkt habe, dass er eine Reichensteuer in die Kategorie Unsinn einstuft, die die Reichen und die Industrie aus dem Land verscheuchen wird. („…weil da nehmen Sie in Kauf, dass ein ganz grober Unfug zum Gesetz wird. Beispiel Reichensteuer, die in kürzester Zeit Unternehmer, sofern diese dann stark besteuert werden, verjagen würde, zum Schaden des Landes.“)

Prof. Mayer ist Verfassungsexperte, ich glaube, er sollte sich zu Fragen der Ökonomie nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, denn seine Aussagen stehen vollkommen frei im Raum, ohne, dass er sie in irgendeiner Form belegen würde (was ihn einem typischen Politiker schon wieder sehr viel näher bringt).

Staatssekretär Kurz und Verfassungsjurist Mayer (copyright Gruber Franz)

Staatssekretär Kurz und Verfassungsjurist Mayer (copyright Gruber Franz)

Auch die Meinung Fritz Plassers in diesem Artikel ist eher skurril. So gesteht er zwar den Bürgern eine gewisse Mündigkeit zu, hat aber Angst, dass sie Spielball von parteipolitischen Eskapaden werden, da Politiker versuchen werden die Bevölkerung durch solche Befragungen zu manipulieren. Also was jetzt? Sind die Bürger mündig, oder doch leicht manipulierbar?

Abschluss

Ich möchte zum Abschluss diesen Blog nutzen, um mich bei Sebastian Kurz zu entschuldigen. Tatsächlich glaube ich, dass der junge Mann, im Gegensatz zu meinen anfänglichen Bedenken, eine Bereicherung in der Regierung darstellt. Wenn er weiterhin so performt (Achtung Neu-Deutsch) könnte ich beinahe zufrieden mit der Leistung der ÖVP werden (also natürlich nur, wenn die restliche Regierungsmannschaft der Schwarzen geschlossen zurück tritt). Ich werde versuchen in Zukunft meine Vorurteile sofort zu hinterfragen, vielleicht erspare ich mir dann so eine öffentliche Entschuldigung.

Zum Abschluss wie immer ein Video. Diesmal ein politisch motiviertes, und zwar ein Interview von Martin Graf mit Armin Wolf. Um zu zeigen, dass es Menschen gibt, die auch nach Jahren meine Vorurteile immer weiter bestätigen:

Alle erholt und ausgeschlafen? Sehr gut. Am 6.6. werden wir einen Venustransit beobachten können. Im Raum Wien muss man dafür aber schon frühmorgens auf den Beinen sein. Denn der Transit läuft bereits bei Sonnenaufgang (4:55) und wird gegen 7:00 zu Ende sein. Wer also die Venus auf ihrem Weg zwischen uns und Sonne beobachten will, muss früh wach sein. Vor allem, wenn man das Spektakel unter gleichgesinnten erleben möchte. Es gibt nämlich, so wie bei den meisten astronomischen Besonderheiten spezielle Events der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie. So könnt ihr in der Milleniumscity oder im Steinbruch Margareten gemeinsam die Sonne und unseren Schwesterplaneten beobachten.

künstlerische Darstellung des Venustransits, Foto und Simulation: A.Pikhard

künstlerische Darstellung des Venustransits, Foto und Simulation: A.Pikhard

Warum diese Eile in der Frühe?

Die Frage drängt sich jetzt auf, warum ich um 5.00 bei der Milleniumcity sein soll. Ganz einfach, weil es das letzte mal zu euren Lebzeiten sein wird, dass ihr einen derartigen Transit beobachten könnt. Der nächste Venustransit findet nämlich erst wieder im Dezember 2117 statt, und wenn die Medizin nicht wirkliche Wunder wirkt, werde ich Euch davon nicht mehr berichten können.

Etwas ganz anderes

Stimmt gar nicht von unserem Nachbarplaneten geht es direkt zu meinen Nachbarn. Ich mag die Gegend, in der ich lebe, auch weil ich die Menschen hier sehr mag. Und hier jetzt ein Beitrag dazu.

Heute ist das Nachbarschaftsfest in Monte Laa. Es ist dies bereits das vierte seiner Art und ausschließlich Community-organised. Auch heuer werden wieder einige interessante Punkte vor Ort sein. Neben den Bildern von Mindkitchen wird der Campus Chor von Schule und Kindergarten sein bestes geben. Kinder werden geschminkt. Eine Hüpfburg und das Rote Kreuz wedren hier sein. Wenn das Wetter hält ist auch wieder die Grüne Radrettung da, und vieles mehr.

MonteLaa Nachbarschaftsfest 2012

Das Banner des heurigen Festes

Auch ich bin vor Ort, wenn ihr mich also sehen wollt, nur zu, kommt auch. Als Abschluss habe ich noch zwei Videos, die ein gewisses Bild von Nachbarschaft zeigen, die nicht unbedingt mit denen des Nachbarschaftsfestes zusammen passen, aber vielleicht trotzdem ganz interessante Einblicke gibt: