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Einer der Vorteile eines Blogs mit überschaubarer Community ist, dass man sich etwas Zeit lassen kann, um über ein aktuelles Thema zu schreiben. Heute kommt das Crescendo im Bereich Song Contest, denn jetzt ist es aus, und wir dürfen wieder acht Monate warten, bis das Spektakel erneut interessant wird.

Vorneweg, ich bin nicht unzufrieden mit diesem Contest. Das hängt einerseits damit zusammen, dass Stermann und Grisseman wieder kommentierten. Heuer brauchte man nicht einmal einen Radio, denn sie waren im Zweikanalton als zweiter Ton zu hören. Eine Schätzung von mir besagt, dass 87,3% Stermann und Grissemann lauschten, nur 2,7% lauschten Knoll.

Das war die Tonkanaleinstellung der Seher im ORF (grobe Schätzung des Autors)

Viele Gründe

Es gab aber noch andere gute Gründe, für ein Beglotzen: viel Trash (siehe Rumänien), sehr bunt (siehe Moldau), steinalt (siehe GB), lustig (siehe Russland), gute Musik (siehe Serbien), kontroversiell (siehe Albanien, ich habe die geliebt, meine Familie hält mich darum für einen Spinner) und natürlich geil (Zypern, Griechenland, …)

Zumindest habe ich es so empfunden.

Vor dem Ende

Bevor ich hier aber das Ergebnis verkünde (das wissen Interessierte eh schon, und die die es nicht interessiert lesen diese Zeilen nicht. Möchte ich noch ein wenig auf die Peinlichkeit von Kati Bellowitsch eingehen. Die kam spät abends noch zu Stermann und Grissemann und plauderte mit ihnen. Woraufhin etwa die Hälfte der Abstimmung darüber gesprochen wurde, ob es „10 points go to …“ oder „10 points goes to …“) gehört. Stermann und Grissemann waren zu diesem Zeitpunkt schon hörbar illuminiert, und ich bin mir auch nicht sicher, inwieweit sie die Dame auf den Arm genommen haben. Aber die gute Kati hat eine halbe Stunde davor noch die Punkte für Österreich bekannt gegeben und theoretisch damit spekuliert den ESC zu moderieren, gesetz des Falles Österreich gewinnt ihn einmal. Dies allein ist Grund, dass wir den ESC nicht gewinnen sollten. Das wäre mir nämlich peinlich.

Damit die ORF-Moderatoren sich nicht mehr für das Falsche entscheiden müssen (Bellakowitsch war natürlich für goes) habe ich hier einen Link zu besserem Englisch, in dem der Simple Present erklärt wird.

Noch ein Bild

Ich wurde vor dem ESC gebeten ein Bild unserer Party zu veröffentlichen. Nun dem will ich Folge leisten. Der Herr Hauptmann war der einzige, der meinem Ruf Folge leistete, alle anderen schoben Pfingsten als Begründung für die Abwesenheit vor (Astrid und Jörg in der Therme, Franz und Renate in Kärnten, die Flecks am Pfingstlager, Lukas und Catherine in der Steiermark). Naja, aber von Martin hab ich ein Bild:

Devastiert durch die vielen Punkte für Russland

Jetzt noch das Ergebnis

Ich will niemanden auf die Folter spannen. Hier also das Ergebnis. Sieger diesmal ist die schwedische Sängerin (ursprünglich aus Marokko, aber für Marokko durfte sie nicht antreten) Loreen mit dem Beitrag Euphoria. Für sie spricht, dass sie sich als einzige Sängerin im Vorfeld mit der aserbeidschanischen Opposition getroffen hat. Außerdem ist das Lied eingängig und sicher von der Melodie eines der besseren dieses Jahr. Mit der Perfomance und ihrer Stimme bin ich nicht so glücklich von den Top 5 hätte ich Serbien oder Albanien bevorzugt. Aber man kann nicht alles haben. Hier noch der Titel:

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Eurovision 2012 in Baku – das Logo

Die Lieder des zweiten Semifinales sind gesungen, was bleibt davon? Vom ersten Eindruck her, war es heute sehr viel besser als vor zwei Tagen. Die Perfomances waren weniger schrill, dafür konnten beinahe alle Interpreten ihre Stimmen mit der Musik in Einklang bringen, als einzige Ausnahme möchte ich an dieser Stelle den norwegischen Beitrag nennen, der sich dem melodiösen Gehör versuchte zu entziehen. Hier auch gleich dieser Beitrag:

Boykott des Contests

Interessant ist ja auch, wie die Welt mit Aserbeidschan und dem Song Contest umgeht. So habe ich auf Facebook eine Seite gefunden, die sich um einen Boykott des ESC dreht. Interessanterweise stört es die Gruppengründer, dass in Aserbeidschan Straßenhunde getötet wurden, damit der ESC hübscher wird.

Tja so Hunde sind arm, das gebe ich zu, aber vielleicht sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Aserbeidschan eigentlich nur eine Pseudodemokratie unter dem „Präsidenten“ Ilham Alijew ist. Die Opposition wird seit Jahren unterdrückt und vor dem Song Contest wurden Häuser zerstört und etwa 60.000 Menschen vertrieben, um Platz für den ESC zu schaffen.

Ich denke, das wären weit bessere Gründe zum Boykottaufruf gewesen, aber was weiß denn schon der kleine Rene.

The Show must go on

Nach diesen moralischen Worten muss ich sagen, dass dieser norwegische Beitrag von oben tatsächlich ins Finale gekommen ist, während wirklich gute Beiträge, allen voran der slowenische Song (mein liebstes Lied in diesem Semifinale), kläglich scheiterten.

Um noch ein etwas besseres Lied zu hören, habe ich hier noch den Top-Favoriten des ESC, nämlich Schweden (ja die haben es geschafft). Der Song ist eingängig, aber ich mag die Stimme von Loreen nicht sonderlich:

Wer ist weiter?

Die zehn Finalisten des zweiten Semifinales:
Norwegen Wie gesagt eigentlich eine Frechheit, dass die weiter sind.
Lithauen Blinde Liebe, Kein perfektes Lied aber durchaus charmant.
Estland Vielleicht ist das weiter, weil die Zuschauer meinten, dass auch das langweiligste Lied durch soll.
Bosnien nette Ballade
Serbien Die Serben machen immer mit ziemlich Erfolg auf Ethno, auch dieser Song ist sehr gut.
Ukraine Die Trompeten aus Kiew dürfen auch ins Finale.
Makedonien Der letzte Balkanbeitrag ist mir nicht in Erinnerung geblieben, kann also nicht so gut sein, ist aber wahrscheinlich auch nicht katastrophal.
Schweden Die Favoritin
Malta Diesmal ein ziemlich enttäuschendes Lied, aber der 08/15 Pop hat sich schon mit Rumänien und Island im ersten Semifinale durchgesetzt.
Türkei Die werden ziemlich hoch gelobt in der Community, ich finde aber die Stimme von Can Bonomo ziemlich schwächelnd. Und um das zu untermauern kommt dieser Beitrag auch noch:

Bis Samstag und viel Spass

So, das erste Semifinale ist hinter uns, und was soll ich sagen, Bjork aus Albanien ist weiter, und noch ein paar andere Gestalten haben es geschafft. Von den zehn Semifinalisten, die es ins Finale kommen, haben es nur vier fertig gebracht den Ton zu halten bzw. zu treffen.

Beispiel gefällig? Diese Herrschaften sind auf Video noch ganz gut, aber live klingen sie wie eine bessere Karaoke Nummer:

Hier ein zweites Beispiel für das „Neben dem Ton Singen“:

Auch positives

Was soll ich sagen, immerhin eine meiner drei Favoritinnen aus diesem Semifinale (Lettland, Albanien, Finnland) hat es bis ins Finale geschafft. Mit aussergewöhnlich gewagter Performance und einer wundervollen Stimme, ist Rona Nishliu vorwärts gesungen:

Für die jüngeren Leser unter uns (vor allem wenn sie Lionel heißen) hier ein weiterer Grund, warum ich Rona mag, sie trägt Dreadlocks:

Rona Nishliu, 1 Tag vor dem Semifinale (Bild ist von http://www.bild.de)

Informationen

Was? Ihr wollt wissen, wer jetzt weiter ist? Na, das könnt ihr doch auch in der Zeitung nachlesen. OK, hier eine Liste. Österreich werdet ihr dort (natürlich) vergeblich suchen. Allerdings weiss ich nicht, ob die bärtige Dame sich besser geschlagen hätte. Die Trackshittaz hatten zumindest so etwas wie Drive und Performance, was man von Jedward (die es dank perfekter Marketingbemühungen natürlich geschafft haben) nicht behaupten konnte:

Die 10 Finalisten von heute
Griechenland (siehe Zypern)
Zypern (irgendwie sind die Beiträge von beiden Ländern jedes Jahr wie geklont)
Rumänien (ja ich weiß jetzt nicht genau was an denen so besonders war)
Moldau (der war ja nett, aber singen sollte er auch noch lernen)
Island (das Video sagt mehr als 1000 Worte)
Russland (es war klar, dass es die Omas schaffen werden)
Ungarn (ein vollkommen nichtssagender Pop-Song, tut deshalb auch nicht weh, und im Gegensatz zu den Schweizern, die einen sehr ähnlichen Auftritt hatten, konnte der ungarische Sänger als solcher bezeichnet werden)
Irland (fahrig und ohne jeglichen Esprit)
Dänemark (ja, die singt gut, aber das Lied klingt viel zu 08/15)
Albanien (wie gesagt meine persönliche Favoritin)