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Ich bin ja mittlerweile kein großer Fan von der Schule meiner Tochter, und obgleich mir keiner auf meine arglos-Aufgabe antwortete, möchte ich mich hier ein wenig über Bildung verbreitern. Weniger um irgendwelche Vorschläge zu machen (da gibt es ja sehr viele, siehe auch hier), sondern mehr um ein wenig zu sudern.

Dinge die doof sind

Ich will hier niemandem etwas madig machen, schon gar nicht, weil ich viele gute und engagierte Lehrer kenne, aber warum kann ein Lehrer eine Fortbildung in der Woche nach den „Herbstferien“ machen, wenn er den Termin der Herbstferien sicher schon ein halbes Jahr kennt?

Warum darf ein Lehrer die Ausrede haben, er sei mit einer pädagogischen Situation (Lernschwächen, hochbegabte Kinder) überfordert, da er nicht die richtige Ausbildung hat? Wozu hat diese Person auch Pädagogik studiert?

Wieso kommt ein Lehrer damit davon zu sagen, eine Klasse sei besonders faul und schlecht? Warum wird der Lehrer nicht von Schülern und/oder Eltern evaluiert? In der Erwachsenenbildung ist das Gang und Gebe, einerseits damit der Lehrer weiß wo er steht, andererseits, damit auch der Vorgesetzte ein Feedback bekommt.

Warum bekommt man in Wien keinen Gemeindehortplatz, wenn das Kind eine Bundesschule besucht? Und um bei diesem Amt zu bleiben, warum ist der Eintritt in den Kindergarten praktisch ausschließlich im September möglich?

Ich bin frustriert mit der Schule meiner Tochter, und die ist so etwas von freundlich zur Welt, dass sie (die Tochter) nicht einmal mitbekommt, wenn Lehrer ungerecht oder schlecht sind. Ich finde es ungerecht den guten Lehrern in der Klasse meiner Tochter gegenüber, dass ich wegen der schlechten ihnen (den Guten) gegenüber voreingenommen bin.

Was läuft gut

An dieser Stelle möchte ich alle motivierten Menschen im Bildungssektor loben. Ich kenne viele davon, neben Lehrern vor allem auch Kindergärtner. An dieser Stelle möchte ich klar sagen, dass ich für eine Aufwertung dieses Jobs bin. Meist verbringen Kindergärtner mehr Zeit mit den Kindern als die Eltern (wenn ich Schlafenszeit wegrechne). Es sind die Personen (nach den Eltern und in einigen guten Familienverbänden Großeltern) mit dem größten Einfluss auf unsere Kinder unter sechs.

Und gerade dieser Sektor verdient echt schlecht. Laut dem Artikel hier, verdienen sie nicht einmal 20.000 Euro brutto im Jahr, das ist ein Monatsgehalt von 1400 Euro brutto im Monat. Für einen anstrengenden und extrem wichtigen Job, immerhin sind Kinder unsere Zukunft (Gott ist das abgedroschen). Na OK, hier ist das Logo von unserem Kindergarten, um ein wenig die Sonne herein zu lassen:

http://www.kindergarten-hort-sonnenschein.at/

Das andere Extrem

Und zum Ende kommen wir tatsächlich zum Ende, nämlich den Teilnehmern beim diesjährigen Song Contest. Passend zum Thema, wie ich finde, kommen heute die Opas und Omas. Der Song Contest bietet heuer gleich zwei Combos, die sehr alte Menschen dabei haben, und zwar Großbritannien mit dem One and Only Engelbert Humperdink (der Mann ist immerhin schon 76) und Russland mit Buranovskiye Babushki (was so viel bedeutet wie die Omas von Buranova). Die Damen (alle so um die 70, die älteste ist 76) bewegen sich im übrigen auf der Bühne mehr als die beiden Dancefloor-Damen von meinem letzten Beitrag.

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Heute ist Welttag der Poesie. Ich bin kein großer Freund von Gedichten, weil ich die meisten nicht verstehe (Ausnahmen sind etwa Gedichte Ernst Jandls, die ich bereits in der Schule für deren schlichte Exaltiertheit und ihre prätentiöse Simplizität liebte). Dennoch will ich dem Rechnung tragen und einen der Lieblingsdichter meiner Frau Joseph von Eichendorff. Für sie habe ich sogar einmal versucht ein Gedicht auswendig zu lernen, hier die erste Strophe:

Wünschelrute

Schläft ein Lied in allen Dingen,

die da träumen fort und fort,

und die Welt hebt an zu singen,

triffst Du nur das Zauberwort.

Ich muss mit bedauern zugestehen, dass ich das Gedicht nicht verstehe. Allerdings ist der Rythmus sehr schön und die Worte harmonieren, wie sie das bei einem romantischen Gedicht auch tun sollten. Ich lasse es daher hier stehen für all jene, die sich daran ergötzen wollen. Und weil wir alle gerne Fotos sehen, habe ich hier auch das Bild Eichendorffs:

Joseph Freiherr von Eichendorff (1841), so gesehen auf wikipedia (© Foto H.-P.Haack)

Und nun zu meinen Gedichten

Ich selbst schreibe auch hie und da Lyrik, und ich werde Euch dann auch gerne an einem meiner Werke teilhaben lassen, aber bevor wir zu meinem Meisterwerk kommen noch der Lyriker, der mein Werk stark beeinflusste. Nämlich Christian Morgenstern. Auch von ihm ein Gedicht, dass ich netterweise nicht aus dem Buch in meiner Hand abschreiben muss, weil das bereits die Frau Monika Spatz getan hat und hier veröffentlichte. Aber weil es so schön ist copy/paste ich es auch hier her (das ist übrigens eine immer häufiger verwendete Redewendung im Deutschen: „copy/pasten“. Nur um einen link zu meinem letzten Eintrag über die Sprache zu haben):

Christian Morgenstern

Der Werwolf

Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind, und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!
Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:

„Der Werwolf“, – sprach der gute Mann,
„des Weswolfs“- Genitiv sodann,
„dem Wemwolf“ – Dativ, wie man’s nennt,
„den Wenwolf“ – damit hat’s ein End.‘

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!

Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb’s in großer Schar,
doch „Wer“ gäb’s nur im Singular.

Der Wolf erhob sich tränenblind –
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.

Ist gut, und versteht auch der durchschnittliche Naturwissenschaftler. Hier außerdem eine kleine Hausaufgabe für Euch: Bitte fragt im Bekanntenkreis, bei Kindern und Erwachsenen nach, was das Wort „arglos“ bedeutet. Postet die besten Antworten (nein ihr sollt nicht vorher das Wort googeln (da ist schon wieder so ein Wort)).

Jetzt aber zu meinem Werk. Ich habe lange darüber nachgedacht und beschlossen eine Annäherung zum Titel dieses Artikels zu finden, indem ich ein Gedicht aus meinem Zyklus Käguru-Gedichte veröffentliche:

Rene Eichinger

Das schmutzige Känguru

In stiller Eintracht sitzt am Fluß,
das Känguru das baden muss.
Es plantscht im Wasser sorgenlos,
plumps liegt es drin, die Sorg wird groß.
Die Kängumama hört den Balg jammern,
und bringt ihn nach Haus in die trockenen Kammern.

Das war mein Werk, noch nicht erhältlich auf Amazon und meinem virtuellen virtuellen webshop (das zweimalige virtuell ist kein Druckfehler).

Was darf nicht fehlen?

Genau, der Song Contest Beitrag der Woche! Diesmal versuche ich es mit einem lyrischen Beitrag. Damit bin ich auch gleich bei Albanien. Der Beitrag ist, meiner Meinung nach, genial, allerdings wird die Sängerin Rona Nishliu wohl eher Schiffbruch beim ESC erleiden (Platz 42 oder so):

Vorhin hatte ich einige Artikel in der Hand zum Thema Sprache. Am 1.März war nämlich MigrantInnen-Streiktag das Plakat dazu gleich da unten:

migrant_strike2012

Aus diesem Grund heraus hat der Standard jetzt diese Sprachdebatte in seinem Forum (ja ich finde das auch ein bissl spät, vor allem weil ich den Streik damals sogar erlebt habe, ich war am 1.3. auf der Favoritenstrasse und dort wurde auch demonstriert).

Deutsch – Deutsch

Das brachte mich dann zu einem eher polemischen, aber ich fürchte ernstgemeinten Artikel über die österreichische Sprache und einem (auch das fürchte ich) sich selbst ernst nehmenden Artikel über den Verfall der deutschen Sprache allgemein.

Na gut an dieser Stelle will ich auch meine Meinung dazu preisgeben:

Ja ich habe mich schon manchmal über verschiedene Spracheigenheiten geärgert. Ich bin wahrscheinlich der einzige Österreicher, der Mobiltelefon zu seinem Handy sagt. Warum, fragen Sie? Nicht etwa deshalb, weil ich gegen die Verwendung von fremdsprachigen Wörtern in der deutschen Sprache bin, ganz im Gegenteil, es ist sinnentleert sich eigene deutsche Wörter auszudenken für neue Dinge, die zuerst in englisch/französisch bezeichnet wurden (siehe die Worte Computer, Garage, Bonbonniere oder Design). Allerdings heißt das „Handy“ im englischen Mobile oder Cell phone. Handy heißt auf deutsch so viel wie bequem.

Das lenkt mich ab. Die deutsche Sprache entwickelt sich noch immer. Es werden immer wieder Moden, neue Technologien oder andere weltpolitische Ereignisse unsere Sprache beeinflussen. Das ist gut so, sonst wird sie nämlich in einigen Jahrhunderten wie die Sprache Latein nur noch von einigen Sprachwissenschaftlern verstanden. Ich denke, das wollen auch die schlimmsten reaktionären Sprachhüter wie etwa Bastian Sick, der Autor von Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, nicht.

Also lasst uns frohlocken, denn unsere Sprache ändert sich. Hierzu auch ein kleiner Blogbeitrag, den ich bei der Recherche gefunden habe.

Und jetzt zum Dialekt

Jetzt zur schluddrigen Sprache der Österreicher. Am meisten ärgert mich das von einem Deutschen. Bedenkt man deren schludderigen Umgang mit ihrer eigenen Sprache. Ja, wir verwenden alle eine Dialektform der Hoch-Deutschen Sprache, also außer vielleicht der Herr Mag. Dr. Gunther Schöllhammer. Das ist der Mensch mit dem gestochensten österreichischen Hochdeutsch den ich kenne. Sollten Sie auf die physikalische Chemie kommen, lassen Sie ihn von mir grüßen.

Auch ich spreche mittlerweile eine Mischung aus österreichischem Hochdeutsch und Wienerisch. Jetzt sollten Sie noch einmal warum fragen! Ich will es ihnen erzählen.

Aufgewachsen bin ich in einer typischen Arbeiterfamilie, dementsprechend war unsere Alltagssprache eine eher heftige Dialektform. Als ich damals in die AHS kam war das nicht anders. Jetzt begab es sich, dass in der ersten Klasse einmal ein Mädchen zu mir kam (ich weiß nicht einmal mehr wie sie hieß, geschweige denn wüsste ich, wie sie aussah) und folgendes meinte:“ Reiß dich zusammen beim Reden. Ich komme aus dem Burgenland und schaffe es schön zu sprechen, wieso du nicht?“

Ich habe keine Ahnung, warum mich das so geprägt hat, warum mir das als einzige relevante Erinnerung geblieben ist aus jener Zeit. Ich weiß nur, dass ich seither zwischen Hochdeutsch und Dialekt umschalten kann. Und das obwohl ich heute fast ausschließlich eine sehr gepflegte Sprache spreche (sog i jetz amoi).

Damit hab ich auch das abgehakt: sprecht ruhig gschert mit euresgleichen, reißts euch aber zsamm, wenn ihr mit anderen redets.

Eurovision

Noch zum Abschluss. Ich habe mir auf Youtube schon ur viel zu Song Contest gegeben. Unter anderem gibt es ja viele Irre, die Ranglisten erstellen. Einer der interessantesten Dinge waren zwei Lieder, die ich Euch heute vorstellen will. Es handelt sich dabei um die Beiträge aus Ukraine und Zypern. Beides sind ganz typische Dancefloornummern ohne irghendetwas herausragendes oder abstoßendes. Dennoch schaffte es die Zyprioten mit ihrem Dancefloorklon in fast allen Wertungen unter die Top 3, während die Ukrainerin fast immer unter den letzten 5 zu finden war.

Ich stehe beiden Nummern vollkommen indifferent gegenüber, weil sie weder weh tun, noch in irgendeiner Weise herausragend wären. Eure Meinung ist gefragt, warum die eine abstinkt und die andere supitoll bewertet wird.

Hier Ukraine:

und da noch Zypern:

Ach ja, die „langweilige“ Finnin, die ich eigentlich ganz nett finde, wird praktisch überall als letzte gewertet, hmm was sagt das über meinen Musikgeschmack.

Einige wissen vielleicht, dass ich neben dem Verfassen dieser kongenialen Texte auch ab und an Rollenspielen gehe. Gestern begab sich wieder ein solcher Abend. Ich will hier aber weniger über den Abend berichten, als über eine Nebentatsache, die ich noch vor dem eigentlichen Spielen zugezogen hat.

Wir neigen dazu Abends noch Essen zu kaufen, und das dann vor Ort zu konsumieren. Dabei ist es sehr praktisch, dass das nahe Einkaufszentrum einen Food-Court (das ist Neudeutsch für Echt viel Schnellimbissbuden an einem Ort gebündelt) besitzt. Ich neige dazu immer dasselbe zu nehmen, obgleich mir gestern von einem Freund eine neue Speise empfohlen wurde. Ich entschuldigte mich dafür mit der Begründung, dass ich im tiefsten Inneren ein wertkonservativer Mensch bin, der Veränderungen hasst.

Frauentag

Damit bin ich bei der Überleitung zu dem Thema, zu dem ich kommen will. An genau dem Tag hatte ich auch eine Diskussion mit meiner Frau zu einem Artikel zum Frauentag. Da unten ist auch der link:

In dem Zusammenhang ist es auch um die Wahrnehmung der Ungerechtigkeiten bezüglich Frauen gegangen. Wir sind hier nicht gleicher Meinung, während ich der Meinung bin, vor allem Jugendliche hätten ein Problem damit das zu sehen, meint meine Frau, dass das eher Menschen mittleren oder vor allem älteren Alters sind. Ich will an dieser Stelle nicht klären wer von uns beiden Recht hat, ich kann aber viele Argumente meiner Frau nachvollziehen. Unter anderem meinte sie (Vorsicht hier ist der Bezug zu den ersten beiden Absätzen), dass ich offensichtlich schon zu weit von der Jugend entfernt bin, als dass ich das gut einschätzen könnte. Das trifft natürlich.

Es ist eines, wenn man sich selbst darüber lustig macht, dass man nur Tradiertes gut heißt, und etwas anderes, wenn einem ein anderer unter die Nase reibt, dass man in einer Früher war alles besser Welt lebt.

Traditionen

Und hier bin ich, meiner Meinung nach, auch schon beim Kernpunkt der Benachteiligung von Randgruppen (wobei Frauen eigentlich keine Randgruppe sein sollte, weil sie 50% der Bevölkerung stellen). Nämlich der in uns festgebrannten Meinung, wie unsere Gesellschaft sein muss.

Vorgestern habe ich das angedeutet, indem ich mich über den Poster mokierte, der meinte, wenn ein Mann den Papa-Monat nimmt, muss er mit Repressalien durch seine Firma rechnen. Das wurde als Argument verwendet, warum die politische Massnahme „Papa-Monat“ nicht umgesetzt werden soll. Es ist also offensichtlich in uns drinnen, dass wir Menschen/Institutionen/Firmen akzeptieren, die mittelalterliche Vorstellungen von Rollenverteilungen haben.

Eine Gesellschaft, die sich groß auf die Fahne schreibt, dass sie Individualität fördert, spricht mir das Recht ab, individuell zu entscheiden, wie ich leben will. Ist das nicht absurd? Dazu passt auch die Geschichte eines Bekannten, der ebenfalls in Karenz war und bei einem Bewerbungsgespräch zu hören bekam:“Wir brauchen wen, der oarbeit.“ Diese Grundhaltung ist sicher kein Einzelfall. Genau diese Menschen muss man durch gesetzliche Maßnahmen dazu zwingen, sich dem Thema zu nähern, und gerade wegen solcher Repressalien müssen diese politischen Konzepte (Papa-Monat, verpflichtende Karenz beider Partner wenn es denn zwei sind, Quoten in Führungsebenen und im Parlament) umgesetzt werden.

Erst wenn jedem Arbeitgeber klar ist, dass der junge Mann genau so ausfallen kann, weil er Vater wird, wie die junge Frau die vor ihm (es sind noch immer fast nur Männer) sitzt, erst dann wird er nach Kriterien entscheiden, die nichts (oder sagen wir wenig) mit dem Geschlecht zu tun hat.

Und weil das Thema so interessant ist, kommt hier noch der link zu einem Interview mit Maria-Rauch-Kallat und Barbara Blaha, das ich sehr angenehm und gut fand.

Vielleicht auch der Hinweis auf ein Buch, dass auch ganz gut zum Thema Gesellschaft passt, und das zeigen soll, dass es mehr als nur Karriere und Weiterkommen gibt.

Anleitung zum Faulsein

P.S.: Für all jene, die den Mai und den Song Contest schon entgegen fiebern hier noch der diesjährige Beitrag aus Spanien:

Ich musste mich wieder einmal über ein Forum ärgern. Eigentlich habe ich es mir ja abgewöhnt Kommentare unter Zeitungsartikeln zu lesen, bei Themen, die mich sehr interessieren, lasse ich mich dann aber doch verleiten.

Einmal abgesehen davon, dass es in unserer schnelllebigen Welt offensichtlich nur noch schwarz-weiß, pro-contra, wir-die anderen gibt, neigen Poster auch dazu einfach sich gegenseitig zu beschimpfen und allgemein unflätig zu sein. Weiters werden Scheinargumente, Falschargumente und Ich zieh mir das jetzt aus den Fingern-Argumente bemüht um den eigenen Standpunkt voll und ganz zu untermauern.

Menschen, die versuchen ausgleichend einzugreifen, die erkennen, das ausschließlich Kompromisse auf beiden Seiten zu Lösungen führen können, werden generell von beiden Seiten niedergeschrien. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum es kaum Kommentatoren der Mitte gibt, nur links-linke Gutmenschen und rechts-rechte Bösleute.

Ich möchte nicht, dass das so ist. Vielmehr will ich, dass ihr da draussen euch gut miteinander versteht. Deshalb hier einige meditative Klänge, die ich allen Postern der Nahostkolumnen in sämtlichen Tageszeitungen der Welt empfehlen kann:

Liebe Zeitgenossen, bevor ihr postet werft euch einen gregorianischen Chor rein und lauscht fünf Minuten, und erst dann schreitet zum Kampftexten.

Und hier einige Schmankerln zum Thema Papa-Monat aus diesem Artikel:

Finanzieren können das Kleinbetriebe sicher nicht.
Was? Eine Leistung die voll vom Steuerzahler erbracht wird?

Einer jungen Mama würde es völlig reichen, wenn er sich um das Menschlein kümmert (inklusive wickeln), wenn er zu Hause ist.
Alleine die Diktion tut mir weh. Also dudu *mit dem Zeigefinger droh* Mamas jetzt genügts euch bitte, dass der Papa eh am Abend vielleicht heim kommt und wenns das Papi auf den Tisch gestellt habts, nimmt er euch den Balg dann für fünf Minuten ab.

verpflichten sie alle werdenden väter und mütter in österreich die karenzzeit zu gleichen teilen (hier sollte noch „zu nehmen“stehen, um den Satz zu vervollständigen, denken Sie sich das Zitat einfach zu Ende)
War gar nicht so einfach das andere Extrem zu finden, 97% der Standardposter sind offensichtlich gegen den Papa-Monat (ich will gar nicht wissen, wie es da im Krone und Presse-Forum zugeht. Natürlich geht das voll an den Realitäten vorbei, auch wenn ich mir wünschen würde, dass alle Eltern das zu gleichen Teilen schaffen würden ist es selbst in einer aufgeschlossenen Gesellschaft vollkommen unmöglich das für alle durchzusetzen.

Bei der jetzigen Regelung nimmt sowieso fast keiner ein Papamonat, ob es jetzt ein, zwei oder drei Monate sind, die man nicht nimmt, weil man Angst vor Repressalien seitens des Arbeitgebers hat, ist auch schon egal.
Solche Posts kamen häufig. Interessant finde ich hier, dass die politische Sinnhaftigkeit eines Papamonats damit hinterfragt wird, dass Firmen offensichtlich kinder- und elternfeindlich agieren. Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob unsere Gesellschaft noch bei Trost ist, wo ich Angst haben muss meinen Job zu verlieren, weil ich ein Monat zu Hause bei meinem neugeborenen Kind bleiben will?

Was anderes

Zum Abschluss möchte ich auf einen anderen Blog verlinken, der tolle Kurzberichte von Filmen, Spielen und sonstigem Nerd-Zeug bringt. Und ich verlinke nicht nur deshalb dorthin, weil der Schreiber des Blogs einer der drei Leser ist, die diesen Blog hier lesen. (Nein es ist nicht der Barack Obama Blog, es ist einer der beiden anderen Leser)

Und damit ich am Ende auch noch den Song Contest als Tag einfügen kann, habe ich hier für all jene den heurigen Song Contest Beitrag Österreichs. Leider nicht Conchita Wurst, aber vielleicht wird sie ja noch als BackgroundsängerIn gewonnen:

Und weil ich dadurch nicht erreichen wollte, dass ihr wieder Hass-Posts von Euch gebt, habe ich zum Abkühlen den finnischen Beitrag. Nicht ganz wie ein gregorianischer Chor, aber auf der Musikskala etwa 180° von den Trackshittaz entfernt, mal abgesehen, dass beide in einer mir unverständlichen Sprache singen.